Mit einer eigenen Lieferflotte will Ebay den Konkurrenten Amazon unter Druck setzen

·Lesedauer: 2 Min.

Das E-Commerce-Unternehmen Ebay baut in Deutschland zusammen mit dem Logistikunternehmen Fiege sein eigenes Liefernetzwerk auf. Vorbild ist der große Konkurrent Amazon mit seinem Logistiksystem "Fulfillment by Amazon". Dem Unternehmen von Jeff Bezos könnte Ebay tatsächlich die Stirn bieten, da Kunden und Händler durch die neuen Versandoptionen viele neue Möglichkeiten und Vorteile erhalten.

Ebay möchte dabei seinen Versanddienst nicht nur für die eigene Plattform anbieten. Händler können demnach auch durch das neue Liefernetzwerk Ware verschicken, die sie über die eigenen Webshops oder sogar andere Anbieter wie Amazon verkauft haben, berichtet das "Handelsblatt". Der neue Ebay-Versanddienst startete hierzulande bereits in Berlin und Dresden. In den kommenden Monaten soll das Angebot auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.

Ebay und Fiege schreiben es sich dabei auf die Fahne, schnell und zuverlässig zu liefern. Kunden sollen so wie beim Vorbild Amazon-Prime bereits einen Tag nach der Bestellung ihre gekaufte Ware erhalten. Der Sofortversand bringt dadurch für Kunden und Händler große Vorteile mit sich. Die Ware kommt schneller an und kleineren sowie mittleren Händlern wird der zeitaufwendige Weg zum Versandzentrum erspart.

Ebay Plus statt Amazon Prime

Das neue Angebot von Ebay ist außerdem wesentlich flexibler für die Händler, da nun nicht mehr auf festgelegte Lieferzeiten der traditionellen Lieferunternehmen wie DHL geachtet werden muss. Es ergeben sich auch keine vertraglichen Bindungen zwischen Ebay und den Händlern. Die Verkäufer können jeden Tag neu entscheiden, ob ihre Ware über den Ebay-Sofortversand verschickt werden soll oder nicht.

Ein weiterer Vorteil: Bei Amazon wird die Ware der Händler in eigenen Lagerhallen aufbewahrt. Bei knappen Lieferkapazitäten priorisiert Amazon dann die eigenen Produkte. So kann es dann für kleine Händler schon einmal vorkommen, dass ihre Ware wochenlang nicht geliefert werden kann und sie so ihre Produkte schlechter verkaufen können. Bei Ebay gibt es dieses Problem nicht, da die Verkäufer selber ihre Ware lagern.

Der Schachzug von Ebay kommt nicht unüberlegt und ist Teil eines lang vorbereiteten Plans, das Unternehmen wieder an die Spitze des E-Commerce-Olymps zu führen. Gleichzeitig baut Ebay nämlich auch seinen Abodienst "Ebay Plus" auf, der sich ebenfalls an Amazon Prime orientiert. Gegen eine Jahresgebühr von 19,90 Euro erhalten Abonnenten Vorteile wie eine kostenlose und schnellere Lieferung.

kh

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.