Im Eier-Skandal offenkundig zu langsam

Es wurde 1979 gegründet und soll für die rasche Weitergabe von Informationen innerhalb der Europäischen Union sorgen: das Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel RASFF. Die Mitgliedsländer und auch die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein melden möglicherweise gesundheitsschädliche Produkte an die EU-Kommission, und zwar seit 2014 nicht mehr per E-Mail, sondern indem sie die Warnungen in das von der Kommission verwaltete Online-Portal einstellen.

Auf diese Warnungen - ins Englische übersetzt - haben dann die jeweiligen Behörden in allen Mitgliedsländern Zugriff. Im Idealfall ist zu sehen, welche Gefahr genau von einem Produkt ausgeht, wo es herkommt und wer es wohin verkauft. Dazu kommen in den meisten Fällen Analysen und amtliche Gutachten.

In Deutschland fasst das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Angaben in deutscher Sprache zusammen. Auch Verbraucher haben Zugang zu dem EU-Portal.

Die EU rühmt sich, die Lebensmittelsicherheit der Union sei dank ihrer Gesetzgebung eine der höchsten der Welt mit dem RASFF als wichtigem Baustein. Im Eier-Skandal hat das System aber nicht gut funktioniert. Erste Hinweise tauchten offenbar bereits Ende 2016 auf, erste Untersuchungen liefen in Belgien seit Anfang Juni. Alarm schlug Belgien erst am 20. Juli. Die EU-Kommission erklärte nun, die Mitgliedsstaaten trügen die Hauptverantwortung, damit das System funktioniert.