Ehrung: Kölner Buchhandlung erhält den Deutschen Buchhandlungspreis

Insgesamt wurden 117 Buchhandlungen ausgezeichnet.

Eine „riesengroße Überraschung“ sei das gewesen, sagt Hildegund Laaff von der Lengfeld’schen Buchhandlung in Köln auf der Rückreise von Hannover nach Köln. Sie sei immer noch nervös, aber vor allem hoch erfreut über den Deutschen Buchhandlungspreis, welcher der Kölner Buchhandlung , deren Inhaber Carsten Saenger ist, am Donnerstag überreicht wurde: „Ich mache das jetzt schon mein Leben lang mit Leidenschaft.“ sagt Hildegund Laaff. „ Am 1. Oktober werden es 60 Jahre sein, dass ich als Buchhändlerin tätig bin. Wenn man dann so eine Ehrung bekommt, ist das einfach großartig.“

Der Deutsche Buchhandlungspreis wird seit 2015 an Buchläden verliehen, deren Jahresumsatz in den letzten drei Jahren unter einer Million Euro gelegen hat. Ausgezeichnet werden also kleinere Läden, die ein anspruchsvolles und vielseitiges Sortiment und ein Veranstaltungsprogramm anbieten, innovative Geschäftsmodelle verfolgen oder sich besonders für Kinder und Jugendliche engagieren. Monika Grütters hatte 2015 die Auszeichnung initiiert. Die Staatsministerin für Kultur und Medien meint, die Vermittlertätigkeit der Buchhandlungen sei eine Bereicherung für das kulturelle Leben in kleinen wie in großen Städten.

117 unabhängige Buchhandlungen ausgezeichnet

Eine Jury hatte die jetzt prämierten Buchläden aus 502 Bewerbungen ausgewählt. Die Lengfeld’sche Buchhandlung am Kolpingplatz erhält einen der drei mit jeweils 25.000 Euro dotierten Hauptpreise. In dieser Kategorie der „besten Buchhandlungen“ wurden zudem die Buchhandlung „die schatulle lies-weise“ aus dem niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck und die Kinderbuchhandlung „Findus“ aus dem sächsischen Tharandt ausgezeichnet.

Insgesamt wurden im Schloss Herrenhausen in Hannover 117 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Darunter sind weitere Buchhandlungen aus Köln: die Buchhandlung Bittner, die Buchhandlung Goltsteinstraße und Der andere Buchladen erhalten eine Prämie in Höhe von jeweils 7000 Euro sowie das Gütesiegel „hervorragende Buchhandlung“.

Bei der Preisverleihung erklärte Grütters, Buchhändler seien Überzeugungstäter „aus Liebe zum Buch“. Sie seien Fürsprecher auch unbekannter Autorinnen und Autoren und Botschafter unabhängiger Verlage. Mit dem Preis wende man sich „gegen die Degradierung eines Kulturguts zur bloßen Handelsware, gegen die Bewirtschaftung einer geistigen Monokultur, in der nur noch das überlebt, was hohe Verkaufszahlen hat.“ Dazu brauche man die Buchpreisbindung, die seit genau einem Jahr ausdrücklich auch für elektronische Bücher gelte. Und dazu brauche man überdies die Buchläden, in denen mit Engagement und Enthusiasmus zu Werke gegangen werde.

Daran soll sich bei der Lengfeld’schen in Köln auch in Zukunft nichts ändern. Im Gegenteil: „Das Preisgeld“, sagt Buchhändlerin Hildegund Laaff, „gibt uns ein bisschen mehr Luft.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta