Ehrenstraße: Neue Ampel für Radfahrer – Ohne Umwege die Ringe kreuzen

Die Stadt hat für Radfahrer immer noch viele Schikanen zu bieten.

Nach der misslungenen Umgestaltung der Kreuzung Subbelrather Straße und Innere Kanalstraße – die mittlerweile rückgängig gemacht wurde – haben die Mitarbeiter des Amts für Straßen und Verkehrstechnik am Donnerstag ein neues Projekt präsentiert. Dieses Mal wirkt das Ergebnis allerdings gelungen. Radfahrer können ab sofort auf der Achse zwischen Maastrichter Straße und Ehrenstraße die Ringe ohne Umwege und ohne Abzusteigen kreuzen.

Wollten sie den Verkehrsregeln folgen, mussten sie bislang absteigen, sich zwanzig Meter weiter an der Fußgängerampel aufstellen und das Rad über die Straße schieben. Für beide Fahrtrichtungen steht jetzt eine eigene Ampel zur Verfügung, auf der Fahrbahn wurde eine Aufstellfläche für die Radfahrer markiert.

Die Planung hat ein Jahr in Anspruch genommen

3500 Radfahrer nutzen die Achse bislang täglich. Das Team des städtischen Fahrradbeauftragten Jürgen Möllers rechnet damit, dass es in Zukunft 7000 sein werden. „Das ist eine Hauptroute und eine wichtige Verbindung zwischen der Weidengasse in der Innenstadt und der Vogelsanger Straße in Ehrenfeld“, so Möllers. Das sei umso bedeutsamer, weil die Parallelrouten von Autos dominiert seien.

Die neue Ampel gehört zu den vorrangigen Projekten des Radverkehrskonzeptes Innenstadt, das der Verkehrsausschuss des Stadtrats im Juni 2016 beschlossen hat. Die Planung hat ein gesamtes Jahr in Anspruch genommen. „Das ist für die Verwaltung schon schnell“, sagt Möllers.

„Der große Wurf fehlt“ - mangelhafte Zusammenarbeit

In diesem Punkt sind die Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Köln und der Initiative Ring frei, die sich für einen fahrradfreundlichen Umbau der Ringe einsetzt, völlig anderer Meinung. „Das ist die erste positive Maßnahme aus dem Radverkehrskonzept, die umgesetzt wird“, sagt ADFC-Sprecher Christoph Schmidt. Das sei ohne Zweifel zu begrüßen. Jede Umsetzung dieser Vorhaben könne aber nur ein Zwischenschritt auf dem Weg sein. Insgesamt handele es sich noch immer um Stückwerk, der große Wurf fehle weiter.

Darüber hinaus hätte die Querung seiner Ansicht nach schon längst verbessert werden können. Ähnlich sieht es auch Ring-frei-Sprecher Reinhold Goss. Eine neue Ampelanlage sei aufgestellt worden, gleichzeitig habe die Stadtverwaltung aber vergessen, auch die Radwegebenutzungspflicht in diesem Abschnitt der Ringe aufzuheben und das Tempo auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren.

Der Grund: Eine fehlende Absprache innerhalb des Amts für Straßen und Verkehrstechnik. „Es erschüttert mich immer wieder aufs Neue, dass das Zusammenspiel in der Verwaltung nicht richtig funktioniert“, sagt Goss.

Ernüchternde Bilanz

Tatsächlich liest sich die bisherige Bilanz des Radverkehrskonzepts eher ernüchternd. Das Team des Fahrradbeauftragten hat 1000 Anregungen aufgenommen, 200 davon sollen mit der höchsten Priorität umgesetzt werden. Nach einem Jahr sind jedoch lediglich vier Projekte abgeschlossen oder befinden sich zurzeit in der Umsetzung. Die Öffnung der Einbahnstraßen, die zeitlich begrenzte Freigabe der Fußgängerzonen, die Umgestaltung der Ulrichgasse und die neue Ampel an der Maastrichter Straße. 30 bis 40 weitere Vorhaben würden zurzeit bearbeitet“, sagt Möllers.

Der städtische Fahrradbeauftragte kann die Ungeduld der Aktivisten und auch der Bürger nachvollziehen, verweist aber auf einen Mangel an Personal. Zwar wurden ihm neue Stellen bewilligt, diese seien aber erst jetzt besetzt. „Wir können nun parallel an mehreren Projekten arbeiten, da merkt man, dass es voran geht“, so Möllers. Die weitere Umsetzung des Radverkehrskonzeptes werde definitiv schneller voranschreiten.

Möllers würde die einzelnen Projekte gerne veröffentlichen und angeben, bis wann diese umgesetzt sein sollen. „Das würde die Transparenz für die Bürger verbessern, weil man wüsste, bis wann etwas passiert“, sagt er. Manches werde Geduld erfordern, weil sich nicht alles auf einmal realisieren lasse. „Aber wenn ich die Lösung hier an der Maastrichter Straße sehe und wie gut die Radfahrer sie sofort annehmen, dann zeigt das, dass es vorangeht“, so Möllers....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta