Ehrenamtler ausgezeichnet: Lindenthaler retten und beleben Rosengarten neu

Zwei Initiativen aus dem Bezirk erhalten den Preis "Köln-Engagiert 2017": Das Team...

Im stilvollen Klettenbergpark, den Gartendirektor Fritz Encke zu Beginn des 20. Jahrhundert anlegte, ist der lauschige Rosengarten die Krone der Kreation. Dass in den symmetrisch angelegten Beeten heute immer noch Rosen blühen, ist allerdings nur dem Engagement einer Gruppe von Bürgern zu verdanken.

Als die Stadt das Rosenbeet im Jahr 2014 roden wollte, weil sie keine Möglichkeit mehr sah, es zu pflegen, trommelten die Gründer der Initiative "Wir in Sülz/Klettenberg", Christine Kramer und Theo Stoffele, Helfer zusammen. Dank der Initiative konnten der Rosengarten gerettet und Enckes Erbe in vollem Umfang erhalten bleiben.

Garten komplett neu bepflanzt

Mittlerweile hat das Rosengartenteam ihn sogar komplett neubepflanzt. Die acht- bis zehnköpfige Gruppe trifft sich einmal wöchentlich zum Unkraut jäten, Nachschneiden und Hacken des Bodens. Für den engagierten Kampf um die Beete erhalten die fleißigen Gärtner den Ehrenamtspreis der Stadt Köln "Köln-Engagiert 2017".

An elf Privatpersonen, Initiativen, Vereine und Schulen wird der Ehrenamtspreis in diesem Jahr verliehen. Am Sonntag, 3. September, werden sie beim 18. Kölner Ehrenamtstag im Rathaus von Oberbürgermeisterin Henriette Reker und dem Ehrenamtspaten TV-Moderator Matthias Opdenhövel (Sportschau) ausgezeichnet.

Der Preis geht noch an eine weitere Initiative im Stadtbezirk Lindenthal. Tugba Tekkal, deutsche Bundesligaspielerin kurdischer Herkunft vom 1. FC Köln, hat mit ihrer Schwester, der Journalistin Düzen Tekkal, den gemeinnützigen Verein Háwar.help gegründet, der sich für die Rechte jesidischer Frauen einsetzt.

Mit dem Verein hat Tekkal auch das Integrationsprojekt "Scoring Girls" ins Leben gerufen. Auf den Vorwiesen des Rhein-Energie-Stadions trainiert sie einmal in der Woche kostenlos Mädchen im Alter von acht bis 18 Jahren, die aus Flüchtlingsfamilien und sozial benachteiligten deutschen Familien stammen.

Das sportliche Engagement für Integration überzeugte die Jury. "Für ihr Projekt schenkt TugbaTekkal den Mädchen nicht nur ihre Zeit, ihr Können und ihre Erfahrung, sondern motiviert auch andere Bundesligaspielerinnen, mitzumachen und für die kleinen Spielerinnen ein Vorbild zu sein", heißt es in der Begründung für die Preisvergabe. Aus insgesamt 132 Vorschlägen hat eine unabhängige Jury die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Das war dementsprechend schwierig. Wer nicht mit einem Preis bedacht wurde, ging trotzdem nicht leer aus.

Urkunden überreicht

Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker überreichte nun mehreren Lindenthaler Bürgern im Auftrag von Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Bezirksrathaus feierlich Urkunden, mit denen sie für ihr Engagement ausgezeichnet werden. Zu den geehrten Personen und Initiativen zählen beispielsweise der Förderverein Lindenthaler Tierpark, der vor 17 Jahren von zehn Bürgern gegründet wurde und der den zunächst bedeutungslosen "Streichelzoo" im Stadtwald zu einem beliebten Ausflugsziel in Köln ausbaute. Schottische Hochlandrinder, Esel, verschiedene Schafsrassen, Ziegen und viele Geflügelrassen sind heute dort zu Hause und lassen sich von den Besuchern füttern und streicheln.

Ausgezeichnet wurde auch der Förderverein Erinnerungsorte Kinderheim Sülz, der sich darum bemüht, dass bald Kunstwerke auf dem Gelände des ehemaligen größten Waisenhauses Europas in Sülz an seine Vergangenheit erinnern und für die Menschen, die dort aufgewachsen sind, einen Ort bilden, zu dem sie zurückkehren können.

Zu Willi gehören mehr als 200 Ehrenamtler

Die für die Stadtteile Junkersdorf/Müngersdorf/Braunsfeld gegründete Willkommens-Initiative-Köln-West, kurz "Willi", die sich für die geflüchteten Menschen einsetzt, die nun im Kölner Westen leben sind, gehört mit ihren mehr als 200 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu den ausgezeichneten Gruppen.

Akkordeon-Spieler Eduard Mahle bekam eine Urkunde dafür, dass er seit 30 Jahren ältere Menschen besucht und ihnen Lieder "gegen die Einsamkeit" spielt. Irmgard Zimmermann, die seit 42 Jahren ehrenamtlich den Boxverein SC Colonia unterstützt und zwei Weltmeisterschaften mit organisierte, erhielt eine Urkunde - ebenso wie die Dorfgemeinschaft Widdersdorf für ihr Engagement um das Viertel.

"Wir sind als Dorf geradezu explodiert", sagte ein Abgesandter der Gemeinschaft. "Aber auch die Alt-Widdersdorfer haben sich jetzt damit abgefunden, dass die Neu-Widdersdorfer da sind und auch bleiben werden. Wir haben jetzt eine ganz tolle Nachbarschaft." Weil das auch der Verdienst der Dorfgemeinschaft ist, gab es eine Urkunde....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta