Ehemaliger US-Navy-Seal spendet unbekannter Frau einen Teil seiner Leber

Melinda Ray mit ihrem Retter Jeff Bramstedt (l.) und ihrem Ehemann James Ray. (Bild: Facebook/Melinda Ray)

Auf der verzweifelten Suche nach einer Spenderleber wandte sich eine US-Amerikanerin via Facebook an potenzielle Spender – und fand ihren Retter.

Die 35-Jährige US-Amerikanerin Melinda Ray leidet an der erblich bedingten Nierenkrankheit Polycystic Kidneys Disease. Nach und nach breiteten sich auf ihrer Leber Zysten aus, die dadurch immer größer wurde und andere Organe in Mitleidenschaft zog. Ray und ihr Mann James machten sich deshalb verzweifelt auf die Suche nach einem Spender. Das berichtete unter anderem das Magazin „People“.

Nachdem die Suche des Ehepaars vergeblich zu sein schien und die beiden immer verzweifelter wurden, startete Ray auf Facebook einen emotionalen Aufruf, in dem sie um Hilfe bei der Suche nach einem Spender bat. „Ich habe eine Bitte, wenn ihr Platz in eurem Herzen habt und etwas verändern wollt, auch wenn ihr mich nicht kennt, als Mutter, als Tochter, Tante, Freundin, ihr könntet mein Leben retten. Ich könnte weiterhin die Mutter für meine Kinder sein, die sie brauchen. Ich kenne den Schmerz, keine Mutter zu haben, nur allzu gut. Ich möchte nicht ihre wertvollen ersten Erfahrungen verpassen und ich muss da sein, um sie in harten Zeiten zu halten“, schrieb sie unter anderem.

Und Rays Bitte wurde erhört: Robin Ihnfeldt, die beste Freundin ihrer Schwester, sah das Posting und erzählte ihrem Mann Jeff Bramstedt davon. Bramstedt, der 13 Jahre lang als Navy SEAL diente, entschloss sich, zu helfen. Als seine Frau ihm von Melinda Ray erzählte, habe er nicht lange gezögert, so der Spender zu „People“. „Ich habe genau zwei Sekunden gebraucht, um eine Entscheidung zu treffen und zu sagen ‚Okay, los geht’s.’“

Bramstedt und seine Frau ließen sich daraufhin untersuchen, um zu eruieren, ob sie als Spender in Frage kämen. Nach zahlreichen Tests stand das in Bramstedts Fall positive Ergebnis fest. Kurz vor der Operation traf der 47-Jährige das Ehepaar Ray zu ersten Mal. „Als ich sie sah, spürte ich sofort eine Verbindung. Sie sind einfach tolle Leute. Wir haben eine Stunde lang geredet und haben uns von unseren Familien erzählt und wussten sofort, dass wir eine lebenslange Verbindung haben würden“, so der ehemalige Navy SEAL.

Darauf hin unterzog sich Bramstedt einer zehnstündigen Operation, in dem ihm 30 Prozent seiner Leber entnommen wurden, die dann Ray transplantiert wurden. Obwohl ihm die Ärzte erklärt hatten, dass der Eingriff durchaus ein Risiko darstelle, ließ sich der ehemalige Stuntman und Fallschirmlehrer nicht davon abhalten. „Meine Frau überwachte meine Medikamente und kümmerte sich um mich. Ich höre nicht immer auf die Anweisungen der Ärzte und sie war definitiv die Gehilfin der Ärzte – sehr streng!“, so Bramstedt.

Nach der Operation, die Anfang Dezember stattfand, sei Bramstedt laut „People“ auf dem Weg der Besserung, allerdings immer noch etwas angeschlagen, er schlafe die meiste Zeit. Er habe regelmäßig Kontakt mit Melinda und James: „Ich hatte nie eine kleine Schwester und jetzt habe ich eine. Ich liebe sie, als wäre sie Teil meiner Familie, als wäre sie eine Blutsverwandte. Das ist sie jetzt eigentlich auch, wir teilen nun DNS. Sie ist begeistert, am Leben zu sein und ich freue mich für sie.“

Bramstedt appelliert an andere, ähnliches zu tun. „Ein durchschnittlicher Typ kann zum Helden für jemanden werden, dessen Leben sonst am Ende wäre. Hoffentlich können wir es schaffen, dass die Geschichte von Melinda und mir nicht mehr als etwas Außergewöhnliches gilt.“