Ehemaliger Stabschef will in Korruptionsaffäre gegen Netanjahu aussagen

in ehemaliger israelischer Regierungsmitarbeiter hat zugestimmt, in zwei Korruptionsaffären gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auszusagen

Die Korruptionsermittlungen gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nehmen an Fahrt auf. Netanjahus ehemaliger Stabschef Ari Harow einigte sich mit der Staatsanwaltschaft darauf, als Zeuge gegen den Regierungschef aufzutreten, wie am Freitag aus Justizkreisen verlautete. Nach Medienberichten hat Harow den Ermittlern bereits belastendes Material zukommen lassen.

Die Zeitung "Haaretz" und ein Rundfunksender berichteten, Netanjahus Ex-Stabschef habe mit der Staatsanwaltschaft eine Kronzeugenregelung vereinbart. Der in den USA geborene Harow arbeitete zwischen 2009 und 2015 mit Unterbrechungen für Netanjahu. Er trat wegen Korruptionsvorwürfen zurück, entginge aber bei einer Aussage gegen Netanjahu laut "Haaretz" einer möglichen Haftstrafe.

Demnach hat Harow bereits in zwei Korruptionsaffären gegen Netanjahu Beweise an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. In einem Fall geht es um den Verdacht der Annahme von Geschenken wohlhabender Anhänger, unter anderem vom australischen Milliardär James Packer und von Hollywood-Produzent Arnon Milchan.

In dem anderen Fall soll Netanjahu sich um eine geheime Vereinbarung mit dem Herausgeber der Zeitung "Jediot Ahronot" bemüht haben. Diese sah demnach eine positive Berichterstattung über Netanjahu vor; der Regierungschef sollte im Gegenzug dabei helfen, das Geschäft der Zeitung "Israel Hajom" - einem Konkurrenzblatt von "Jediot Ahronot" - herunterzufahren.

Am Mittwoch war die Frau des israelischen Regierungschefs, Sara Netanjahu, in einer weiteren Korruptionsaffäre zwei Stunden lang vernommen worden. Sie wird verdächtigt, öffentliche Gelder für Zwecke der privaten Haushaltsführung abgezweigt zu haben. Die Polizei machte keine Angaben zu der Befragung.

Die Vorwürfe gegen Netanjahu wurden von offizieller Seite nicht bestätigt - ein Gericht hatte eine Informationssperre verhängt. Angesichts der Ermittlungen gegen Netanjahu wird spekuliert, ob der Regierungschef letztlich zum Rücktritt gezwungen sein könnte.