Einem ehemaligen FBI-Agenten zufolge zeichnen diese fünf Eigenschaften außergewöhnliche Menschen aus

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Weder ein hoher Bildungsstandard noch Talent sorgen dafür, dass manche Menschen außergewöhnlich sind. Sondern 5 bestimmte Eigenschaften.

Es gibt Menschen, die sich von anderen abheben. Menschen, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn sie einen Raum betreten. Etwa weil sie unglaublich viel wissen, oder aber weil sie sehr einfühlsam sind. Die das gewisse Extra haben, die uns inspirieren und Respekt einflößen. Sie dienen uns als Vorbilder oder Mentoren. Mutter Teresa war so ein Mensch oder Albert Einstein – aber auch Familienmitglieder, Freunde, Vorgesetzte oder Kollegen können solche außergewöhnlichen Menschen sein.

Was aber macht sie so außergewöhnlich? Welche Eigenschaften haben sie gemein? Mit dieser Frage hat sich der ehemalige FBI-Agent Joe Navarro in einem Beitrag für den Nachrichtensender "CNBC" beschäftigt. Mehr als 40 Jahre hat er als Agent das menschliche Verhalten erforscht. Mittlerweile ist er als Buchautor und Spezialist für Körpersprache bekannt. Seine Beobachtungen zeigen: Außergewöhnliche Menschen sind dies nicht etwa, weil sie einen hohen Bildungsstandard haben, viel Geld oder ein verstecktes Talent. Vielmehr, so sagt er, seien es fünf Eigenschaften, die sie so besonders machten. 

1. Selbstdisziplin

Menschen, die sehr selbstdiszipliniert sind, schaffen es durch ihr Engagement und ihre Neugierde, das Beste aus sich herauszuholen, schreibt Navarro. Als Beispiel nennt er in seinem Artikel Usain Bolt – den schnellsten Menschen, der je gelebt hat. Dieser habe seinen Status nicht etwa nur durch sein sportliches Talent erreicht, sondern durch eiserne Selbstdisziplin. Er opferte sich auf, konzentrierte sich auf sein Ziel und arbeitete unerlässlich. Im Hochleistungssport finden sich einige weitere solcher Beispiele: Basketballer Michael Jordan zum Beispiel oder Tennisstar Serena Williams.

Zur Selbstdisziplin gehört Navarro zufolge aber auch, um seine Stärken und Schwächen zu wissen. Nur dann hat man ein Gespür dafür, ob man einen guten oder schlechten Tag hat, wann es besser ist, die Führung anderen zu überlassen, oder wie man sich den eigenen Dämonen stellen kann. 

Die gute Nachricht ist: Selbstdisziplin können wir uns aneignen. Ihr müsstet nur bereit sein, an euch zu arbeiten. Fragt euch, was ihr selbst tun könnt, um eine Veränderung herbeizuführen. Welches Wissen braucht ihr, um eure Ziele zu erreichen? Wie könnt ihr euch durch Bücher, einen Mentor oder zum Beispiel einen Online-Kurs verbessern? 

2. Beobachtungsgabe

Beobachten sei mehr als einfach nur hinzuschauen, schreibt Navarro in dem Beitrag. Beim Beobachten nutzten wir alle unsere Sinne, um unsere Umgebung und vor allem andere besser zu verstehen. Das erfordere zwar viel Anstrengung, würde aber auch aufschlussreicher sein. 

Menschen, die gut beobachten können, wüssten zum Beispiel, wonach andere suchten, was ihre Absichten sind und welche Erklärungen es für ihr Verhalten geben könnte. Gute Beobachter könnten laut Navarro erfolgreich Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden und hätten außerdem gelernt, ihre Beobachtungen richtig einzuordnen und zu bewerten. 

3. Kommunikationstalent

Menschen kommunizieren ständig. Durchschnittlich 16.000 Wörter sagt ein Mensch pro Tag. Das zeigt eine Studie aus dem Jahr 2007, die der Linguist Matthias Mehl von der Universität von Arizona in Tucson durchgeführt hat. Wir reden also sehr viel. Wer es schafft, auf die richtige Art und Weise zu kommunizieren, schreibt Navarro, der erfährt Bewunderung. Wer dagegen schlecht kommuniziert, erzeugt Zweifel oder sogar Ärger. 

Dafür, wie gute Kommunikation gelingen kann, nennt er in dem Artikel vier wichtige Schritte: 

Sprecht zuerst Gefühle an. Das ist wichtig. Wir können nicht klar denken, solange unausgesprochene Emotionen in uns oder unserem Gegenüber brodeln. Dafür sei es wichtig, die Körpersprache des anderen lesen zu können. Wie das funktioniert, erklärt Navarro in seinem Buch "Sehen, was andere denken". Spielt jemand zum Beispiel ständig mit seinen Haaren, versucht er sich zu beruhigen oder will Zeit überbrücken. Aus einer angespannten Stirn lässt sich Stress ableiten. Ein vorgetäuschtes Lächeln lässt sich daran erkennen, dass die Muskeln rund um die Augen inaktiv bleiben. Ist es dagegen echt, ziehen wir die Wangen hoch und es bilden sich Fältchen unter den Augen. 

Baut eine Beziehung zu eurem Gegenüber auf. Das gelingt, indem ihr Empathie und Fürsorge zeigt. Diese könnt ihr laut Navarro verbal oder nonverbal ausdrücken: zum Beispiel durch einen warmen Händedruck bei der Begrüßung. 

Reagiert zeitnah. Wer sofort auf Anrufe oder Mails antwortet, zeige Wertschätzung, schreibt Navarro. Auch wenn das Gespräch etwas Unangenehmes beinhaltet, solltet ihr es nicht aufschieben. 

Hört richtig zu. Achtet nicht nur darauf, was jemand sagt, sondern auch auf welche Weise. In welcher Reihenfolge tauchen die Wörter auf? Erwähnt jemand bestimmte Details besonders oft? Wiederholt unser Gegenüber besonders oft ein Thema, so Navarro, kann das Aufschluss über ungelöste Probleme geben. 

4. Die Fähigkeit beherrscht zu handeln

Wie wir handeln, zeigt, wer wir wirklich sind, was uns wichtig ist und wie wir über andere denken. Unsere Handlungen können wir nur dann vollständig beherrschen, wenn wir uns vorher die drei bisher beschriebenen Eigenschaften angeeignet haben: 

Selbstbeherrschung ermöglicht es uns, in bestimmten Situationen nicht impulsiv zu reagieren, sondern auf die Art, wie wir wollen und wie es für uns nützlich ist. 

Eine gute Beobachtungsgabe hilft uns, Situationen im Kontext zu verstehen, damit wir angemessen handeln können.

Durch Kommunikation erhalten wir wichtige Informationen, die uns eine Richtung für unser Handeln weisen. 

Bevor außergewöhnliche Menschen eine Entscheidung treffen, würden sie sich laut Navarro folgende Fragen stellen: Schafft meine Handlung Vertrauen? Bringt sie einen Mehrwert? Beeinflusse ich damit andere positiv? Kommt sie anderen zugute?

5. Psychologisches Wohlbefinden

Psychologisches Wohlbefinden ist ein Zustand, in dem unsere emotionalen und körperlichen Bedürfnisse befriedigt sind. Es ist die Grundlage für unsere mentale und körperliche Gesundheit und bestimmt so gut wie alles in unserem Leben: von der Wahl unserer Beziehungen bis dahin, welche Produkte wir am liebsten im Supermarkt kaufen. Wenn es uns seelisch gut geht, dann blühten wir auf, schreibt Navarro. 

Da wir alle auf psychologisches Wohlbefinden ausgelegt seien, brauchte es dafür laut dem ehemaligen FBI-Agenten keine große Geste – ein beruhigendes Wort, eine Dankes-Notiz, ein Lächeln oder der Hinweis darauf, mal eine Pause zu machen, reiche schon. Es sei der Punkt, an dem Selbstbeherrschung, gute Beobachtung, Kommunikation und Handlung aufeinandertreffen würden. Navarro schreibt, es helfe uns, genau das wahrzunehmen und herbeizuführen, was uns am besten dabei unterstützt, unerwünschte Gefühle wie Stress, Angst oder Sorgen zu reduzieren.

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