Ehemalige EU-Parlamentspräsidentin Fontaine gestorben

Die ehemalige EU-Parlamentspräsidentin Fontaine ist tot

Die ehemalige Präsidentin des Europaparlaments, die Französin Nicole Fontaine, ist tot. Sie starb bereits am Donnerstag im Alter von 76 Jahren, wie der französische Ex-Minister Dominique Bussereau am Freitag mitteilte. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron würdigte das Engagement der Verstorbenen: In der "großen Tradition der christlichen Demokratie" habe Fontaine 35 Jahre lang "für das europäische Projekt gekämpft", hieß es in einer Mitteilung des Elysée-Palastes.

Fontaine war von 1999 bis 2002 Präsidentin des EU-Parlaments. Die Mitte-rechts-Politikerin war die zweite Frau in dem Amt nach der französischen Holocaust-Überlebenden und Frauenrechtlerin Simone Veil.

Geboren am 16. Januar 1942 in der Nähe von Fécamp im Nordwesten Frankreichs studierte Fontaine nach der Schule Rechtswissenschaften. Seit 1984 saß sie im Europaparlament - bis zum Ende ihrer Amtszeit als Parlamentspräsidentin. Von 2002 bis 2004 war sie französische Industrieministerin.

Nach dem Votum der Briten für einen EU-Austritt im Jahr 2016 zeigte sich Fontaine von dem Ergebnis des Referendums nicht überrascht. Europa kranke an einem "Demokratie-Defizit", erklärte sie damals. Der Ausgang des Referendums sei ein "heilsamer Schock" für die Europäische Union, zeigte sie sich überzeugt.