Egbert Prior: Softwareperle im Aufwärtstrend

Andreas Deutsch
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Egbert Prior: Bei diesem Blue Chip bahn sich ein Deal an

„Diese Aktie legten wir unseren Lesern im Dezember 2013 ans Herz. Seither hat sich der Kurs nahezu verdreifacht auf aktuell 27,50 Euro“, sagt Egbert Prior, langjähriger Herausgeber der Prior Börse. Lesen Sie seine Analyse.

„Hintergrund der Kursentwicklung ist eine ausgezeichnete Geschäftsentwicklung. In den letzten vier Jahren ist der Umsatz von 57 auf 72 Millionen geklettert, der operative Gewinn – bereinigt um Akquisitionseffekte – hat sich auf rund 10 Millionen verdoppelt.

Über die weiteren Perspektiven sprechen wir mit Bernhard Oberschmidt. Der Vorstandschef stellte unlängst seine ehrgeizige Planung vor. Bis 2020 möchte er die Erlöse in etwa verdoppeln auf 140 Millionen, dabei soll das bereinigte EBIT sogar noch überproportional zulegen auf mehr als 20 Millionen.

Einen der Wachstumstreiber sieht Oberschmidt in der Internationalisierung. Vor vier Jahren lag der Auslandsanteil der Umsätze erst bei etwa zwölf bis 13 Prozent, aktuell sind es schon mehr als 30 Prozent, in den nächsten drei bis vier Jahren sollen die Erlöse außerhalb der Landesgrenzen auf 40 bis 50 Prozent zulegen.

Besonders in Europa und den USA sieht der CEO Potential. Im Mai übernahm das Unternehmen mit Sitz in Möglingen in der Nähe von Stuttgart den französischen Wettbewerber EASYTRUST. Auch Akquisitionen zählt Oberschmidt zu den Wachstumssäulen. Die Schwaben wollen zu einem Drittel durch Zukäufe expandieren, zu zwei Dritteln organisch wachsen.

USU gab zuletzt 15,6 Prozent für Forschung und Entwicklung aus, auch Innovationen sorgen für Wachstum. USU stellt Unternehmen Software zur Verfügung, die ihre IT verwaltet, überwacht und optimiert. In einem zweiten Geschäftsfeld bieten die Schwaben Programme für das Wissensmanagement an, schließlich muss in Firmen und Behörden immer mehr Wissen verarbeitet und an den richtigen Stellen verfügbar gemacht werden.

USU sieht sich als der größte europäische Anbieter für „IT- und Knowlegde-Management-Software“. Auf dem Feld des Softwarelizenzmanagements zählt man sich sogar zu den weltweit führenden Herstellern. Der Kundenkreis enthält erste Adressen wie Allianz, Bosch, Daimler, Edeka, Deutsche Telekom etc.

Besonders hebt Oberschmidt eine „Big Data-Installation“ beim Kunden Heidelberger. Ein sogenanntes „Remote Monitoring System“ analysiert permanent 1.000 Druckmaschinen bezüglich sich anbahnender Instandhaltungsmaßnahmen, drohender Ausfälle oder Wartung. So konnte eine durchschnittliche Verfügbarkeit von 99,96 Prozent (!) erreicht werden.

Im laufenden Turnus soll der Umsatz zwischen 86 und 91 Millionen landen, das bereinigte EBIT wird in einer Spanne zwischen zehn und 11,5 Millionen erwartet. Die eher verhaltene Gewinnentwicklung liegt in Wachstumsinvestitionen begründet. Dafür winkt 2018 ein Gewinnsprung! Eine aktuelle Analystenstudie schätzt für 2018 das Ergebnis je Aktie auf 1,32 Euro, nach 92 Cent im aktuellen Geschäftsjahr. So gesehen ergibt sich ein KGV von 21. Nicht zu viel für einen soliden Wachstumswert.

USU hat in den letzten zehn Jahren stets eine regelmäßig steigende Dividende gezahlt. Zuletzt waren es 40 Cent. Ausschüttungspolitik ist es, etwa die Hälfte des Gewinns auszukehren. Das Unternehmen befindet sich in besten Händen, 51 Prozent der Anteilsscheine hält Gründer und AR-Chef Udo Strehl. Die Bilanz ist bärenstark. 23 Millionen Cash, Eigenkapitalquote nahezu 70 Prozent.

Fazit: Die Aktie bleibt im Aufwärtstrend!