Egbert Prior: Hier rollt der Rubel

Andreas Deutsch
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Egbert Prior: So geht es bei Wirecard weiter

Er kennt die Börse aus dem Effeff. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse analysiert für Sie seine Favoriten: deutsche Nebenwerte. Lesen Sie seinen Bericht.

„Die Aktie von United Internet ist eine Perle. All das, was sich ein Aktionär wünscht, macht die Internetfabrik. Der Umsatz wächst, das Ergebnis klettert, der Kurs geht dank exzellenter Aussichten durch die Decke. Innerhalb von zehn Jahren stieg das Papier um 317 Prozent auf 56 Euro. Seit dem Tief im Jahr 2001 legte der TecDAX-Titel gar um 11.400 Prozent zu.

Trotz der Rallye besteht ein starkes Interesse an der Aktie von Investoren. So ist der norwegische Staatsfonds mit drei Prozent beteiligt. Die Allianz besitzt 4,8 Prozent. Der Vermögensverwalter Flossbach von Storch sitzt mit drei Prozent im Boot. Der Streubesitz ist klein, weil Gründer Ralph Dommermuth allein schon 40 Prozent hält. Wenn Profianleger anfangen, eine bestimmte Aktie zu kaufen, ist das ein gutes Signal.

Der Umsatz legte voriges Jahr von 3,9 auf 4,2 Milliarden Euro zu. Der Überschuss schoss von 179 auf 648 Millionen Euro. „Wir konnten die Zahlen der Kundenverträge, den Umsatz sowie die Ergebniskennzahlen erneut deutlich verbessern und unsere Prognose erreichen“, schreibt der Vorstand im Geschäftsbericht. Dommermuth riss sich Web-Hoster Strato komplett unter den Nagel.

Hinzu kam die vollständige Übernahme des Cloud-Hosting-Profis ProfitBricks (zuvor besaß er Minderheitsanteile). 23 Millionen Kundenverträge hat das Imperium. Bis Silvester sollen 1,2 Millionen DSL- und mobile Internetverträge hinzukommen. Dommermuth möchte subventionierte Smartphones zur Kundenakquise einsetzen (weitgehend ohne initiale Zuzahlung). Seine Vertriebswege sind GMX, Web.de, 1&1 Drillisch, smartmobil.de, yourfone, winSIM.

Der Umsatz soll auf 5,2 Milliarden Euro bis zum Jahresende steigen. Das Ebitda soll 1,2 Milliarden Euro erreichen (Vorjahr: 979 Millionen). Aus dem Zusammenschluss mit dem Mobilfunk-Vermarkter Drillisch sollen 50 Millionen Euro an Synergien machbar sein, schätzt Dommermuth. Ab 2020 sollen sich jährlich 150 Millionen Euro an Kosteneinsparungen ergeben.

In den Folgejahren strebt er gar 250 Millionen an. Der gemeinsame Einkauf und effizientere Netzkapazitäten machen es möglich. Es ist gleichwohl mit höheren Werbeausgaben zu rechnen, die Vertriebsmaschine will mehr Kunden gewinnen.

Dommermuth verfügt nach dem Zukauf von Versatel über Deutschlands zweitgrößtes Glasfasernetz mit einer Länge von 45.000 Kilometern. Es kommen jedes Jahr einige tausend Kilometer hinzu. Dank Digitalisierung steckt in der Aktie langfristig gewaltiges Potential.

Zur Hauptversammlung am 24. Mai gibt es 85 Cent Dividende (vormals 80 Cent). Im Folgejahr sind mehr als 1 Euro Dividende drin. 1,8 Prozent Rendite winken folglich. Das KGV ist mit 21 (2019) angemessen.

Fazit: Erfolgsgeschichte Internet und Handy."