Egbert Prior: Diese Aktie strahlt immer heller

Andreas Deutsch
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Egbert Prior: Hier rollt der Rubel

Er kennt die Börse aus dem Effeff. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse analysiert für Sie seine Favoriten: deutsche Nebenwerte, die noch kaum jemand im Fokus hat. Normalerweise. Lesen Sie seine Analyse.

„Die Rede ist von Hella. Die Aktie ist auf der Überholspur. Seit Mitte Dezember ist der Kurs um knapp 20 Prozent auf aktuell 57,80 Euro gespurtet. Allzeithoch! Seit dem Börsengang im November 2014 – Ausgabepreis 26,50 Euro – hat sich die Notiz sogar mehr als verdoppelt. Das global aufgestellte, börsennotierte Familienunternehmen mit mehr als hundertjähriger Geschichte entwickelt und produziert für die Autoindustrie Lichttechnik und Elektronikprodukte.

Außerdem betreibt Hella eine der größten Handelsorganisationen für Kfz-Teile und Zubehör in Europa. Dabei stellt die aufkommende Elektromobilität für die Gesellschaft mit Sitz in Lippstadt keine Bedrohung dar. Fast sämtliche Hella-Prdoukte werden auch für Elektroautos benötigt. Die Ostwestfalen stecken viel Geld in Forschung und Entwicklung, zuletzt waren es etwa 10 Prozent vom Umsatz.

Mit Themen wie E-Mobilität, Vernetzung oder autonomes Fahren erzielt Hella bereits einen Umsatzanteil von 15 Prozent mit stark steigender Tendenz. Eine Tochtergesellschaft beschäftigt sich beispielsweise mit softwaregesteuerten und kamerabasierten Fahrassistenzsystemen. Auch auf dem Feld der Elektromobilität ist der MDAX-Vertreter unterwegs und hat beispielsweise ein innovatives Managementsystem für Lithium-Ionen-Batterien auf den Markt gebracht.

In der Kfz-Beleuchtung ist die Digitalisierung ebenfalls angekommen und bietet ganz neue Möglichkeiten, die Lichtsteuerung weiter zu verbessern, um das Fahren sicherer zu machen. Die Lippstädter haben soeben die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (per 31.5.) vorgelegt. Der Umsatz kletterte um 11 Prozent auf 1,8 Milliarden, das operative Ergebnis legte um zwölf Prozent auf 168 Millionen leicht überproportional zu.

Damit ist Hella – wie geplant – schneller als der Markt gewachsen. Die operative Gewinnmarge ordentliche 9 Prozent. In der Bilanzperiode 2016/17 erzielte der Autozulieferer Erlöse in Höhe von 6,6 Milliarden und beschäftigt etwa 38.000 Mitarbeiter an mehr als 125 Standorten in rund 35 Ländern. In den letzten sechs Jahren ist der Umsatz um durchschnittlich 7,3 Prozent p.a. gewachsen.

Aktueller Börsenwert 6,4 Milliarden. Das KGV auf Basis der für den laufenden Turnus erwarteten Gewinne schätzungsweise 14. Moderat. 60 Prozent der Anteile liegen in den Händen der Gründerfamilie. Fazit: Die Trends zur Elektromobilität und autonomem Fahren schieben Hella an. Die Aktie hat weiteres Potential."