Egbert Prior: Batterieprofi im Aufwind

Andreas Deutsch
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Egbert Prior: Softwareperle im Aufwärtstrend

„Diese Aktie legte in den vergangenen fünf Jahren um 580 Prozent zu“, sagt Egbert Prior, Herausgeber der Prior Börse. Lesen Sie seine Analyse.

„Die Rede ist von Technotrans. Aktueller Kurs: 41,91 Euro. Wir hatten Ihnen den Nebenwert am 27. März 2015 empfohlen. Kurs damals 12,79 Euro. Wir begründeten es mit der Expansion des Unternehmens in neue Bereiche wie Laser, Werkzeugmaschinen, Medizintechnik.

Die Neuausrichtung hat sich bezahlt gemacht. Wir lagen goldrichtig. Der Umsatz legte voriges Jahr von 122 auf 151 Millionen zu. Zum Teil speist sich der Zuwachs aus Übernahmen, zum Teil aus organischem Wachstum. Technotrans befasst sich seit 2010 mit dem Thermomanagement von Batterien und Zwischenspeichern.

Weil die E-Mobilität ein heißes Zukunftsthema ist, füllen sich die Auftragsbücher für Projekte schnell. Der Mittelständler ist ein Profi im Bereich des Transportwesens und für Ladestationen geworden. Ob Straßenbahnen, Busse oder Container- und Nutzfahrzeuge überall ist der Vorstand auf Erfolgskurs.

Das Gute: Alle Produkte benötigen während der gesamten Lebensdauer begleitend Wartung und Service. Das macht das Geschäft lukrativ und stabil. „2016 war aber auch – oder besser gesagt wieder einmal – das erfolgreichste Jahr seit der Finanzkrise 2008. Wir haben viel erreicht und gleichzeitig die Weichen für eine langfristige positive Unternehmensentwicklung gestellt“, erklärt Vorstandschef Henry Brickenkamp.

Brickenkamp hatte 2016 den größten Deal in der Firmengeschichte mit der Übernahme der GWK Gesellschaft Wärme Kältetechnik, einen Profi für Kunststoffe, gemacht. Somit erwirtschaftet er heute mehr als 50 Prozent des Umsatzes außerhalb der Druckindustrie. Neben dem Kunststoff hat sich Technotrans einen Namen in der Metallbearbeitung gemacht: Schleifen, Schneiden, Fräsen, Stanzen, Drehen, Pressen oder Polieren – all das kann der Konzern.

Die Dividende stieg von 48 auf 55 Cent. Wir rechnen mit einer Anhebung auf 80 Cent. Dividendenrendite 1,9 Prozent. Das Ergebnis je Aktie dürfte auf 1,60 Euro steigen (2016: 1,09 Euro). Somit ergibt sich ein KGV von 26. Das ist nicht günstig. Doch die Strategie überzeugt.

Dass die Dynamik stimmt, zeigt das erste Quartal. Der Umsatz schnellte um 74 Prozent nach oben auf 52 Millionen Euro. Organisch wuchs der Umsatz um immerhin 24 Prozent. Das Ebit hat sich auf 4,3 Millionen Euro verdoppelt. Die Ebit-Marge stieg auf 8,2 Prozent (vormals 6,8 Prozent).

„Das erste Quartal ist äußerst erfolgreich verlaufen“, freute sich Brickenkamp. Der Überschuss verdoppelte sich zwischen Januar und März auf 3,1 Millionen Euro. Der CEO beurteilt das laufende Jahr „insgesamt sehr positiv“. Im laufenden Jahr erwartet er bis zu 195 Millionen Euro Umsatz. Das Ebit soll bis auf 14 Millionen Euro klettern. Er deutet gleichzeitig an, daß es sein kann, daß die Prognose angehoben wird.

Fazit: Der Umbau zahlt sich aus.