„Egal, wenn du tot umfällst“: Megan Fox rechnet mit Hollywood ab

Megan Fox hält die Traumfabrik für „moralisch bankrott“. (Bild: AP Photo)

Der Hollywood-Missbrauchsskandal ist für Megan Fox nur die Spitze des Eisberges. Die Schauspielerin hält die Traumfabrik für durch und durch unmenschlich: „Solange du die Dreharbeiten überlebst und sie von dir kriegen, was sie brauchen, ist es ihnen ziemlich egal, wenn du anschließend tot umfällst.“

Ihr Sex-Appeal machte Megan Fox in Hollywood zum Star, ihr Hang zu klaren Worten ist unter den mächtigen Männern der Traumfabrik weniger gefragt. So verscherzte es sich die Schauspielerin öffentlich mit ihrem Entdecker, dem einflussreichen „Transformers“-Regisseur Michael Bay. Nun hat Fox („Teenage Mutant Ninja Turtles“) mit der gesamten US-Filmbranche abgerechnet. Die dort grassierende Menschenverachtung geht ihrer Ansicht nach weit über die Belästigung und den Missbrauch von Frauen hinaus. „Du bist eine Ware, du gehörst dem Studio“, definierte sie im Interview mit dem US-Fernsehsender „E! News“ den Stellenwert von Schauspielern.

Fox hielt sich bei ihrer Kritik nicht zurück. „Solange du die Dreharbeiten überlebst und sie von dir kriegen, was sie brauchen, ist es ihnen ziemlich egal, wenn du anschließend tot umfällst“, sagte sie. „Deine körperliche Sicherheit und dein leibliches Wohl kümmern niemanden, weil du nur ein Mittel zum Zweck bist.“ Für die Studios stehe das Motto „Die Show muss weitergehen“ über allem: „Solange du nicht im Gesicht blutest, arbeitest du weiter.“

Fox wurde mit „Transformers“ (2007) zum Teenager-Traum. (Bild: ddp Images)

Mitgefühl oder Menschlichkeit sind nach Ansicht der Schauspielerin in der Branche Fremdworte. „Sie nehmen von dir, was sie brauchen und dann heißt es ‚Lebewohl’, ‚Stell dich nicht so an’, ‚Leg dir eine dickere Haut zu’ und ‚Wir sehen uns beim nächsten Mal!’“, betonte Fox und attestierte Hollywood einen „moralischen Bankrott“. Das sei jedenfalls ihre Erfahrung gewesen.

Fox hatte im Actionkracher „Transformers“ ihren Durchbruch gefeiert. Nach der Fortsetzung war sie ausgestiegen und hatte Bay als „Hitler am Set“ kritisiert. Der Regisseur behauptete, Produzent Steven Spielberg habe nach dieser Äußerung die Entlassung von Fox beschlossen. Shia LaBeouf hatte seine Kollegin anfangs noch verteidigt. Fox habe sich mit Bays fehlendem Taktgefühl und seiner Art, Sexualität für Teenager-Jungen zu inszenieren, einfach nicht abfinden können.

Das Thema scheint Fox wirklich auf den Nägeln gebrannt zu haben. Der Interviewer hatte sie eigentlich nur gefragt, ob Hollywood tatsächlich so glamourös sei wie gedacht. Ein Auslöser war womöglich die jüngste Diskussion um Uma Thurman. Wie bekannt wurde, war sie vor 15 Jahren bei den Dreharbeiten zu „Kill Bill“ schwer verletzt worden. Thurman warf Regisseur Quentin Tarantino vor, sie zu dem Stunt gedrängt zu haben. Außerdem hätten die Verantwortlichen beim Filmstudio Miramax den Vorfall vertuscht. Miramax-Gründer Harvey Weinstein steht im Zentrum des Missbrauchsskandals in Hollywood.