Warum der Abgang des Transfer-Gurus Klopp so weh tut

·Lesedauer: 3 Min.
Warum der Abgang des Transfer-Gurus Klopp so weh tut
Warum der Abgang des Transfer-Gurus Klopp so weh tut

Es war eine Nachricht, die vielen Liverpool-Fans nicht gefallen haben dürfte: Michael Edwards, Sportdirektor bei den Reds, wird den Verein am Ende der Saison verlassen. (Bericht: Klopps Strippenzieher geht von Bord)

Warum dieser Abgang den Champions-League-Sieger von 2019 so schmerzt, hat vor allem mit dem Verhandlungsgeschick des 42-Jährigen zu tun. In die gut zehnjährige Amtszeit des Briten fielen nicht nur die Transfers zahlreicher Weltstars, sondern auch die Entwicklung von Eigengewächsen wie Trent Alexander-Arnold und Curtis Jones zu Hoffnungsträgern des Vereins.

Auch die frühen Verpflichtungen von Joe Gomez oder Andy Robertson gehen auf das Konto von Edwards, der unter anderem die Leitung der Abteilungen Daten & Analyse, Sportwissenschaft und Medizin innehat und sich über seine Amtszeit ein Team aus Kader-Experten zusammengestellt hat.

Wie gut sein Auge für Topspieler auf der Schwelle zur Weltklasse ist, zeigte sich beispielsweise 2017. Er überzeugte Jürgen Klopp von einer Verpflichtung von Mo Salah statt den vom Deutschen favorisierten Julian Brandt an die Anfield Road zu locken, wie The Athletic berichtete. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der Premier League)

Jürgen Klopp vertraut auf Edwards

Nur ein Beispiel für das enge Verhältnis zwischen Sportdirektor und Manager, von dem der ganze Verein profitiert.

„Wir müssen nicht immer von der ersten Sekunde eines Gesprächs an einer Meinung sein, aber wir beenden so gut wie alle unsere Gespräche mit der gleichen oder einer ähnlichen Meinung“, verriet der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund im vergangenen Sommer.

Die Ergebnisse dieser Gespräche über Kaderplanung und Transfers sind indes maßgeblich für den Erfolg der vergangenen Jahre: Alisson, Virgil van Dijk, Fabinho - die Liste der hochkarätigen Transfers ist lang, seit Edwards 2016 vom technischen Direktor zum Sportdirektor aufstieg. (NEWS: Alles zur Premier League)

Mindestens ebenso lang ist allerdings auch die Liste der Abgänge, die unter seiner Regie abliefen. Die Verkäufe von Christian Benteke, Danny Ings und Dominic Solanke spülten zusammen gut 77,5 Millionen Euro in die Kassen der Reds, was nur noch vom 135-Millionen-Deal von Philippe Coutinho mit dem FC Barcelona getoppt wurde.

Nebenbei konnten zuletzt die Verträge diverser Leistungsträger wie Alexander-Arnold, Henderson und van Dijk verlängert werden, ohne beim restlichen Personal größere Abstriche machen zu müssen, wie es bei so manch anderem Top-Klub der Fall ist. (DATEN: Tabelle der Premier League)

Edwards stellte die Weichen für die Ära Klopp

Seit Michael Edwards 2011 von den Tottenham Hotspurs abgeworben wurde, veränderte er Stück für Stück die Strukturen an der Anfield Road. Mit Forschungsdirektor Ian Graham, Rekrutierungschef Dave Fallows und Chefscout Barry Hunter bildete er ein Netzwerk für Talentfindung- und Bindung im Verein, das den Erfolgsweg des FC Liverpool maßgeblich mitverantwortet.

Zum bevorstehenden Abschied erhielt Edwards schon jetzt warme Worte. „Er hat eine Schlüsselrolle gespielt. Er hat unermüdlich daran gearbeitet, dieses unglaubliche Umfeld zu schaffen. Es geht nicht nur darum, das teuerste Ziel zu finden. Es geht darum, unsere Talente zu entwickeln und langfristige Vereinbarungen mit ihnen zu treffen, damit es Jahr für Jahr Beständigkeit gibt“, sagte Liverpools Vorstandsboss Tom Werner.

Was Edwards in Zukunft machen wird, ist noch offen.

Beim Premier-League-Meister von 2020 wird Julian Ward ab kommenden Sommer die Verantwortung für Transfers übernehmen. Es ist eine Zäsur - von der der sportliche Erfolg nicht in Mitleidenschaft gezogen werden soll.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.