Edeka, Lidl, Aldi oder Rewe? Welcher Discounter und Supermarkt in Deutschland wirklich vorne liegt

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Die Lebensmittelbranche gilt im deutschen Einzelhandel als eine der am härtesten umkämpften Branchen. Discounter, Supermärkte, SB-Warenhäuser und kleine Kaufleute ringen seit jeher um Kunden, Standorte und Marktanteile. Wer den Kampf anführt, zeigen nun aktuelle Daten des EHI Retail Institutes aus Köln. Die Handelsforscher haben in der Studie "Einzelhandel 2021" die Branche ausführlich analysiert und unter anderem ein Ranking der führenden Top 10 der stationären Lebensmitteleinzelhändler erstellt. Dieses zeigt, welcher Discounter oder Supermarkt gemessen an Nettoumsatz und Filialzahl der erfolgreichste ist.

Gleichwohl haben fast alle deutschen Lebensmittelhändler in der Corona-Zeit profitiert. Denn sie durften auch während der Lockdowns ihre Geschäfte geöffnet lassen. Der Lebensmittelhandel generierte 2020 mit deutlich über 60 Prozent den Löwenanteil des gesamten Umsatzes der Top 1.000 stationären Vertriebslinien aller Händler.

„Das Wachstum im Lebensmitteleinzelhandel variiert allerdings je nach Format und führt zu Verschiebungen der Marktanteile von Discountern und Supermärkten“, kommentiert Marco Atzberger die EHI-Analyse „Stationärer Einzelhandel 2021“. Laut der Studie profitierten vor allem die Discounter. So hat Lidl im Vergleich zu den EHI-Daten aus dem Vorjahr nun sogar Rewe überholt und den Abstand zum Discounter-Konkurrenten Aldi Süd vergrößert. Der größte Discounter in Deutschland, Lidl, ist gemeinsam mit Kaufland Teil der Unternehmensgruppe Schwarz mit Sitz in Neckarsulm. Das Unternehmen erwirtschaftete 2020 in Deutschland mit 3.202 Filialen einen geschätzten Nettoumsatz von 21,6 Milliarden Euro. 

Den größten Umsatzanteil machten demnach auch die Discounter aus: 42,2 Prozent des gesamten LEH-Umsatzes entfällt derzeit auf die preisgünstigen Anbieter, gefolgt von den Supermarkt-Konzepten Rewes oder Edekas.

Doch auch die SB-Warenhäuser profitierten im Jahr 2020 vom Trend zum "One-Stop-Shopping" während der beiden Lockdowns, bei dem Verbraucher lieber nur an einem Ort einkaufen gingen, dafür dort aber alles besorgten. Die Umsatzzuwächse waren jedoch nicht so groß wie bei den Supermärkten. Das liege oft an der schlechteren Erreichbarkeit der Märkte und den starren Strukturen, schreiben die Autoren der Studie.

Wichtig zu erwähnen: In den Daten sind viele Filialen noch dem Händler Real zugeordnet. Nach dem Verkauf der Kette an den Investor SCP werden die Märkte nun aber Stück für Stück an Kaufland, Edeka, Rewe und Globus verkauft. Das verschiebt die Marktanteile, insbesondere in der Unterkategorie SB-Warenhäuser zunehmend an Kaufland (Schwarz) und Marktführer Edeka. 

VIDEO: Darum erhöhen Aldi, Lidl & Co. ihre Preise

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