Ecken-Fiasko und Elfer-Drama: "Mir fehlen die Worte"

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Ecken-Fiasko und Elfer-Drama: "Mir fehlen die Worte"
Ecken-Fiasko und Elfer-Drama: "Mir fehlen die Worte"

Der 1. FC Nürnberg hat im spannenden Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga einen schweren Rückschlag kassiert.

Die Mannschaft von Trainer Robert Klauß verlor im eigenen Stadion gegen den SV Sandhausen unerwartet mit 2:4 (1:1) und rutschte nach den Ergebnissen der Konkurrenz vom Vortag auf den sechsten Tabellenplatz ab. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Tom Krauß (25.) und Asger Sörensen (52.) trafen für den FCN, doch Janik Bachmann (4.), Tom Trybull (60./84.) und Pascal Testroet (88.) sicherten dem Außenseiter Sandhausen den Überraschungssieg. Alle Treffer der Gäste fielen nach einem Eckball. Eckenschütze Chima Okoroji verteilte nach dem Spiel bei Sky ein großes Kompliment an seine Teamkollegen: „Meine Mitspieler haben das im Zentrum auch riesig gemacht.“

Die Standardstärke Sandhausens sollte eigentlich bekannt sein, fast die Hälfte aller Tore erzielten die Baden-Württemberger nach einem ruhenden Ball. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Im Wissen um diese Stärke war Nürnbergs Robert Klauss fassungslos über den Spielverlauf. „Das habe ich so noch nie erlebt. Vier Tore nach Eckbällen, selber unzählige Chance – mir fehlen die Worte.“ Die Situation im Aufstiegsrennen habe sich damit natürlich auch nicht verbessert.

Nürnber mit Rückschlag im Aufsteigsrennen

Ganz anders natürlich auf Seiten der Sandhäuser. Präsident Jürgen Machmeier war voller Euphorie nach dem wichtigen Dreier. „Ich hab so viel Adrenalin, ich könnte was abzapfen.“ Zudem sei das „ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt gewesen.“

Besonders bitter aus Nürnberger Sicht: Beim Stand von 2:2 scheiterte Enrico Valentini zudem mit einem Foulelfmeter an SVS-Keeper Patrick Drewes (76.). Der Relegationsrang ist für Nürnberg (50 Punkte) aber noch in Schlagdistanz.

Bereits am Samstag hatte Werder Bremen (57) die Tabellenspitze durch das 4:1 beim direkten Konkurrenten Schalke 04 (56) erobert. Darmstadt 98 (54) meldete sich mit dem 2:1 im Verfolgerduell beim FC St. Pauli (53) zurück. Zudem lauert der Hamburger SV nach dem 4:2 bei Jahn Regensburg mit 51 Punkten. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Hannover muss weiter zittern

Nach einer 0:3 (0:2)-Niederlage beim SC Paderborn muss Hannover 96 weiterhin um den Klassenerhalt bangen. Drei Spieltage vor Saisonschluss beträgt der Vorsprung auf Relegationsplatz 16, den aktuell Dynamo Dresden einnimmt, nur noch sechs Punkte.

Ein Fangfehler von Ex-Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler führte schon in der zweiten Minute zur Führung für die Ostwestfalen durch Philipp Klement. In der 17. Minute ließen Zieler dann seine Vorderleute im Stich, Florent Muslija konnte nahezu freistehend den Vorsprung für die Gastgeber ausbauen. Kelvin Ofori (90.+1) sorgte für den Endstand.

Vor 7500 Zuschauern zeigten sich die Niedersachsen besonders in der ersten Halbzeit extrem harmlos in der Offensive, kein einziger Schuss auf das Paderborner Tor wurde registriert. Ohne große Mühe konnte die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok in dieser Phase ihre Führung verwalten.

Nach dem Seitenwechsel kontrollierten die Gastgeber zunächst weiterhin das Spielgeschehen, verpassten aber weitere Torerfolge. Auch die personellen Wechsel, die 96-Coach Christoph Dabrowski vornahm, fruchteten nicht. Erst in der 72. Minute geriet das Paderborner Tor erstmals ernsthaft in Gefahr, doch Linton Maina scheiterte an Keeper Jannik Huth.

Rostock verpasst vorzeitigen Klassenerhalt

Hansa Rostock hat den letzten Schritt zum vorzeitigen Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Die Mannschaft von Trainer Jens Härtel kam beim Abstiegskandidaten Erzgebirge Aue am 31. Spieltag in einer intensiven Partie nicht über ein 2:2 (1:2) hinaus.

Während Rostock der Ligaverbleib bei neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz jedoch kaum mehr zu nehmen ist, besteht für Aue kaum noch Hoffnung. Der Rückstand auf Dynamo Dresden auf Rang 16 beträgt sieben Zähler. Dementsprechen unzufrieden war auch Dimitrij Nazarov nach dem Spiel bei Sky. „Wir holen hier zwar einen Punkt, aber am Ende braucht das kein Mensch. Wir wollten hier drei Punkte mitnehmen.“

Ob der Abstieg damit allerdings schon besiegelt sei, wollte er nicht beantworten, gab sich aber sehr deutlich: „Rechnerisch sind wir noch nicht abgestiegen. Aber ich mach mich ja lächerlich, wenn ich hier irgendwas erzähle. Wir müssen seriös weiterarbeiten und dann schauen wir, was passiert. Da muss man realistisch genug sein.“

Für Rostock trafen John Verhoek (25., Foulelfmeter) und Hanno Behrens (52.). Lukas Fröde (8., Eigentor) und Dimitrij Nazarov (45.). erzielten die Treffer für Aue.

In einer von harten Zweikämpfen geprägten Anfangsphase war Rostock um Spielkontrolle bemüht. Nach einem Freistoß lenkte Fröde den Ball jedoch aus kurzer Distanz ins eigene Tor. Die Möglichkeit zum Ausgleich der Gastgeber vergab zunächst Behrens (20.). Verhoek traf wenig später vom Punkt nach einem Foul von Malcolm Cacutalua an Behrens. Nazarov brachte Aue erneut in Führung.

Auch nach der Pause ging die Partie intensiv weiter, Behrens gelang der erneute Ausgleich. Beide Mannschaften schenkten sich in der Folge nichts.

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