Echter Oscar steht in deutschem Pflegeheim

Leonardo DiCaprio hat einen, Charlize Theron auch, Daniel Day-Lewis gleich drei. Und auch in einem deutschen Pflegeheim steht ein echter „Oscar“.

Als wichtigster Filmpreis der Welt ziert der „Oscar“ die Regale zahlreicher Schauspieler, Regisseure und Filmmitarbeiter. 1973 konnte auch ein Deutscher eine der begehrten Trophäen mit nach Hause nehmen: Herbert Strabel gewann den Preis in der Kategorie „Bestes Szenenbild“ für das legendäre Film-Musical „Cabaret“ mit Liza Minnelli.

Besonders wertvolle Auszeichnung für Filmschaffende: der Oscar. (Bild: AP Photo)

Wie „Bild“ berichtet, zog Strabel nach dem Tod seiner Frau vor einem Jahr in ein Pflegeheim im Süden Münchens – und seinen Oscar brachte er mit. In seinem Zimmer wollte der frühere Filmarchitekt den Preis jedoch nicht haben. „Er erinnerte ihn an die Vergangenheit. Damals war er der Chef. Hier nicht mehr. Wenn man ihn auf den Oscar ansprach, sagte er: Das ist vorbei!“, erklärt Heimleiterin Elke Böing. Stattdessen wurde er in einer Vitrine im Flur ausgestellt.

Der gebürtige Berliner Strabel wirkte im Laufe seiner Karriere an zahlreichen Kino-Erfolgen wie „Die unendliche Geschichte“ und „Ödipussi“ mit, bevor er sich 1988 aus dem Filmgeschäft zurückzog.

Für den Kultfilm „Cabaret“ mit Liza Minnelli bekam Strabel zusammen mit Rolf Zehetbauer und Hans-Jürgen Kiebach 1973 einen Oscar. (Bild: ddp Images)

Eine Woche nach seinem 90. Geburtstag starb Herbert Strabel am 21. Oktober in dem Heim. „Herr Strabel hatte eine waschechte Berliner Schnauze – aber lieb. Einige nannten ihn Strabelchen“, erinnert sich Böing laut „Bild“. „Menschlich war er, nahm aber kein Blatt vor den Mund. Jetzt ist es furchtbar ruhig hier.“

Sein „Oscar“ soll jedoch nicht als Erinnerung in dem Pflegeheim bleiben, sondern an die Academy in Los Angeles zurückgeschickt werden.