Echo Verleihung: Die bisher größten Skandale beim deutschen Musikpreis

Sängerin Helene Fischer gewann vier Preise beim Echo 2015. Im Vorfeld war das von der Konkurrenz kritisiert worden. (Bild: AP Photo/Markus Schreiber)

Am 12. April wird zum 27. Mal der Echo, der wichtigste Musikpreis Deutschlands, verliehen. In diesem Jahr stehen die nominierten Rapper Kollegah und Farid Bang wegen ihrer Songtexte in der Kritik. Wir zeigen Ihnen die bisher größten Skandale beim deutschen Musikpreis.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte die Echo-Nominierung der beiden Musiker Kollegah und Farid Bang wegen der Textzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ aus ihrem Song „0815“ schwer kritisiert.

Daraufhin hatte der Ethik-Beirat des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) den Fall geprüft und die Nominierung weiterhin geduldet. Bei dem Song handele es sich um einen „absoluten Grenzfall“, die künstlerische Freiheit sei im Text „nicht so wesentlich übertreten“, erklärte der BVMI. Farid Bang bat auf Facebook für die kritische Zeile bei der 93-jährigen Musikerin und Auschwitzüberlebenden Esther Bejarano persönlich um Verzeihung: „Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass meine Zeile […] Sie persönlich verletzt hat“, erklärte er dort. „Es lag nicht in meiner Absicht, Sie zu kränken. Sehen Sie mir meine Unreflektiertheit nach.“

Auch der Rapper Kollegah hatte sich zu der Debatte ebenfalls in einem achtminütigen YouTube-Video geäußert.

Rapper Bushido ist bereits Gewinner von fünf Echos. (Bild: AP Photo/Miguel Villagran)

Bushido

Die Texte von Rapper Bushido wurden ebenfalls jedes Jahr von der Ethik-Kommission überprüft. In seinem Song „Stress ohne Grund“ hatte der Rapper diverse Prominente und Politiker bedroht, 2015 hatte er der Diskussion selbst ein Ende gesetzt und seine Teilnahme an der Preisverleihung abgesagt.

Helene Fischer

Echo-Queen Helene Fischer wurde sowohl 2014 als auch 2015 von der Echo-Jury für ihr Album „Farbenspiel“ in der Kategorie „Album des Jahres“ nominiert. Fischers Konkurrenz sah sich durch die doppelte Nominierung benachteiligt, deshalb wurden 2016 die Echo-Regularien geändert. Alben dürfen zukünftig höchstens zwei Jahre alt sein, um nominiert zu werden.

Die Band Oomph! mit Protest-Shirts beim Echo 2006. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Oomph!

Die Rockband Oomph! war 2006 für einen Echo nominiert, wurde aber am Ende von der Verleihungsfeier ausgeladen. Zur damaligen aktuellen Debatte um die Mohammed-Karikaturen sorgten sich die Veranstalter wegen des Bandsongs „Gott ist ein Popstar“ um die Sicherheit der Gäste.

Rammstein

Till Lindemann, Sänger der deutschen Rockband Rammstein, hatte sich bei seiner Dankesrede 2011 nicht mit seiner Kritik zurückhalten können: „Sowas kann passieren, wenn man das Publikum wählen lässt”, hatte er am Rednerpult gesagt und sich daraufhin beim Energiekonzern Vattenfall bedankt: „Sonst wäre es hier dunkel.“

Die Band Frei.Wild bekam unter Protest vom Publikum 2016 einen Echo überreicht. (AP Photo/Markus Schreiber, Pool)

Frei.Wild

Den bisher größten Skandal hatte 2013 die Nominierung für die Band Frei.Wild ausgelöst. Die Südtiroler Musiker waren in der Kategorie „Rock/Alternative National“ nominiert, hatten aber immer wieder wegen ihrer rechten Songtexte Kritik einstecken müssen. Andere nominierte Bands wie Die Ärzte, Kraftklub und MIA hatten in dem Jahr ihre Teilnahme an der Verleihung aus Protest abgesagt. 2016 gewannen sie schließlich doch einen Echo, wurden dabei aber vom Publikum böse ausgepfiffen.

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