Easyjet fliegt erstmals ab Berlin-Tegel

Im Zuge der Übernahme von Teilen der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin ist der britische Billigflieger Easyjet am Freitag erstmals von Berlin Tegel abgehoben. Der erste innerdeutsche Flug der Airline brachte die Passagiere nach München

Im Zuge der Übernahme von Teilen der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin ist der britische Billigflieger Easyjet am Freitag erstmals von Berlin-Tegel abgehoben. Der erste Flug war zugleich der erste innerdeutsche Flug der Airline und brachte die Passagiere nach München. Easyjet übernimmt Teile von Air Berlin und bringt damit die Konkurrenz auf dem Markt wieder in Schwung. Der Billigflieger vermeldete zudem Rekord-Passagierzahlen für 2017.

Die Maschine mit der Flugnummer EZY5569 hob am Freitag um 10.30 Uhr in Tegel Richtung München ab. Künftig bietet Easyjet von Tegel aus Flüge in insgesamt vier deutsche Städte an, darunter auch nach Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart. Bis zu acht Mal täglich will Easyjet diese Strecken bedienen, Ende März sollen weitere Verbindungen hinzukommen. Die Easyjet-Maschinen hoben bislang von Schönefeld ab.

Easyjet hatte sich Ende Oktober mit Air Berlin auf die Übernahme von 25 geleasten Flugzeugen sowie der Start- und Landerechte für Tegel geeinigt. Dafür will das britische Unternehmen 40 Millionen Euro zahlen. Die EU-Kommission genehmigte die Pläne Mitte Dezember. Auch die Lufthansa übernimmt Teile von Air Berlin.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup erklärte, mit der Expansion nach Tegel baue Easyjet seine "starke Stellung in Berlin aus". Im ZDF-"Morgenmagazin" sagte er zudem, damit bringe der Billigflieger wieder Konkurrenz auf Strecken vor allem in Deutschland. Mit Easyjet komme eine sehr wettbewerbsstarke Fluggesellschaft nach Tegel, das sei für die Kunden eine "sehr gute Nachricht", sagte Lütke Daldrup mit Blick auf mögliche Preissenkungen für Tickets.

Insgesamt 19 Strecken gab Easyjet ab Tegel im Zuge der Air-Berlin-Übernahme bekannt, darunter neben den deutschen Flughäfen auch Ziele wie Wien, Zürich und Mallorca. Easyjet-Manager Thomas Haagensen erklärte, das neue Angebot sei besonders auch für Geschäftsreisende "sehr attraktiv", außerdem stärke es den "florierenden Tourismus in der Hauptstadt".

Easyjet vermeldete unterdessen mit 81,6 Millionen beförderten Passagieren im gesamten Jahr 2017 einen neuen Rekord. Der Anstieg der Passagierzahlen betrug damit 9,6 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Die Auslastung lag bei 93 Prozent - das war ein Anstieg von 1,6 Prozent. Für 2018 strebt Easyjet das Ziel von 90 Millionen Passagieren an, das wäre ein neuer Rekord.