E-Sports-Trend: Der Gewinner steht fest

Benedikt Kaufmann
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E-Sports-Trend: Der Gewinner steht fest

Nicht nur professionelle Gamer werden dank E-Sports angefeuert, sondern auch die Umsätze und Gewinne der Gaming-Konzerne. Ein Spielehersteller greift besonders tief in die Tasche, um bei diesem Megatrend ganz vorne mitzuspielen – eine Chance für Anleger.

Ein neuer Markt entsteht

Mit dem Interesse der Zuschauer an den unterschiedlichen Turnieren und Ligen vergrößert sich auch die Geldmenge, die Sponsoren, Medienfirmen, Veranstalter und Werbeagenturen in den neuen Markt investieren. Laut den Marktforschern von Newzoo dürfte der E-Sports-Markt in diesem Jahr um 41 Prozent auf 696 Millionen Dollar ansteigen.Bis zum Jahr 2020 wird mit einer jährlichen Wachstumsrate von 36 Prozent gerechnet – das dürfte den Markt in drei Jahren auf 1,49 Milliarden Dollar anschwellen lassen.

E-Sports erhöht die Reichweite

Aktuell bleibt jedoch festzuhalten, dass für einen Großteil der Spieleentwickler E-Sports selbst noch kein profitables Geschäftsfeld ist. Bezieht man jedoch die positiven Effekte eines erfolgreichen E-Sports-Engagements auf den Spieleumsatz mit ein, ist eine Investition in das Zukunftsgeschäft durchaus gerechtfertigt. Die Auswirkungen sind enorm: Zum einen lassen sich Crossmarketing-Effekte nutzen, um Zuschauer zu animieren, dass sie selbst zu Spielern werden. Zum anderen hat der Entwickler nicht nur, während gezockt wird, die Möglichkeit, seinen Spielern zusätzliche Produkte zu verkaufen, sondern kann auch abseits des eigentlichen Spieles auf die Gamer-Community einwirken. Die Reichweite des Spieles wird massiv ausgedehnt.

Umfassende E-Sports-Strategie

Ein Spielekonzern, der aktuell massiv in den elektronischen Wettkampf investiert, ist Activision Blizzard. Bereits Anfang 2016 kaufte der Spieleentwickler für 46 Millionen Dollar Major League Gaming, die weltgrößte Videospiel-Organisation – gewissermaßen die FIFA des E-Sports.Unter dem konzerneigenen Dachverband werden seither E-Sports-Turniere und Ligaspiele veranstaltet. Zudem errichtete Activision Blizzard eine E-Sports-Arena in Taipeh, die seit April als Veranstaltungsort genutzt wird. Eine zweite Arena weihte der Spieleentwickler erst kürzlich in Los Angeles ein.

Auch an wettbewerbstauglichen Spielen mangelt es dem Publisher nicht: Mit Call of Duty, Hearthstone, StarCraft, World of Warcraft und Overwatch zählt der Großteil des Spiele-Portfolios zu den sogenannten Competitive-Games. Besonders vielversprechend ist dabei der letztgenannte Titel. Overwatch erschien bereits im Mai 2016, doch auch über ein Jahr nach der Veröffentlichung steigen die Spielerzahlen weiter an. Laut Activision Blizzard wuchs die Zahl der registrierten Spieler im Oktober 2017 auf 35 Millionen. Laut SuperData zählt Overwatch aktuell zu den Top 10 der umsatzstärksten PC-Spiele weltweit.

Potenzielle Kurstreiber

Im Falle eines E-Sports-Erfolges rechnen die Analysten von Morgan Stanley mit 444 Millionen Dollar an zusätzlichen Umsätzen und 75 Millionen Dollar an Kosten für Veranstaltung, Marketing und Preisgelder. Insgesamt dürfte ein erfolgreiches E-Sports-Geschäft damit 0,37 Dollar zu den Gewinnen je Aktie beisteuern. Für Anleger entsteht damit ein langfristiger Kurstreiber.

Dieser Artikel ist in verkürzter Form bereits in DER AKTIONÄR 47/17 erschienen.