E.on: Streit um Uniper – das will „Heuschrecke“ Singer

Maximilian Völkl
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E.on, RWE und Co: Analysten machen Druck – und jetzt?

Bereits Anfang des Jahres hat E.on sein 47-Prozent-Paket an Uniper dem finnischen Versorger Fortum angedient. Noch liegen allerdings nicht alle Genehmigungen vor, sodass der DAX-Konzern bei der Uniper-Hauptversammlung am 6. Juni noch eine wichtige Rolle spielt. Es geht um einen Antrag des berüchtigten Hedgefonds-Managers Paul Singer.

Zum Hintergrund: Der Uniper-Aktionär Cornwall hatte gefordert, dass das Verhalten des Uniper-Managements bei der Fortum-Übernahme durch einen Sonderprüfer auf Pflichtverletzungen untersucht wird. Laut Fortum-Chef Pekka Lundmark hatte Uniper-Chef Klaus Schäfer versucht, die Freigabe des Deals in Russland zu torpedieren. Hinter Cornwall wiederum steht Singer mit seinem Hedgefonds Elliott, der 7,4 Prozent an Uniper hält.

Für den Ausgang der Abstimmung auf der Hauptversammlung ist es entscheidend, wie E.on mit seinem 47-Prozent-Anteil stimmen wird. Bislang hat sich der Vorstand wohl noch nicht entschieden. Sollte sich E.on enthalten wird es ebenfalls eng. Die Stimmrechtsberater Glass Lewis und ISS sowie der Vermögensverwalter Odey Asset sprachen sich zuletzt gegen den Antrag aus. Sie vertreten rund 14 Prozent der Anteile. Es ist allerdings nicht gesichert, dass die Aktionäre der Empfehlung von Glass Lewis und ISS folgen.

Es bleibt spannend

Ein Misstrauensvotum gegen das Uniper-Management würde neue Unruhe bringen. Das ist nicht gerade wünschenswert. Trotz der anhaltenden Debatten um die Fortum-Übernahme ist die Uniper-Aktie zuletzt aber auf ein neues Rekordhoch geklettert. Offen bleibt, ob Fortum Anteile zukauft und damit den Kurs weiter antreiben könnte. Sollte dies nicht der Fall sein, ist die Uniper-Aktie auf dem aktuellen Niveau kein Kauf mehr. E.on positioniert sich dagegen als Energiedienstleister neu und ist vor allem für konservative Dividendenjäger attraktiv.