E.on: Platzt der Fortum-Deal doch noch?

Maximilian Völkl
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E.on will seine Beteiligung an der Kraftwerkstochter Uniper an den finnischen Wettbewerber Fortum veräußern. Der DAX-Versorger hat dem Angebot über 22 Euro je Aktie bereits zugestimmt und sich zu einer hohen Strafzahlung verpflichtet, wenn der Verkauf noch platzt. Experten sprechen von einem „done deal“. Damit will sich Uniper aber nicht abfinden.

Mindestens 20 Prozent des Werts des E.on-Anteils würden als Strafzahlung fällig, wenn der Konzern die 47-Prozent-Beteiligung an Uniper nicht andient. Das entspricht rund 750 Millionen Euro oder 4,40 Euro je Aktie. Zudem könnte Fortum alle Aktien, die im Zusammenhang mit dem Angebot erworben wurden, an E.on abgeben. Solange die Uniper-Aktie unterhalb von 26,40 Euro notiert, gibt es für E.on deshalb keinen Grund, den Deal noch abzublasen.

Aus steuerlichen Gründen kann E.on den Anteil erst Anfang 2018 andienen. Bislang galt es jedoch als äußerst unwahrscheinlich, dass die Uniper-Aktie bis dahin in diese Bereiche steigt. Inzwischen hat der MDAX-Titel nach einer Verschnaufpause allerdings seine Rekordjagd fortgesetzt und hat erstmals die 25-Euro-Marke überwunden. Sollte es Uniper-Chef Klaus Schäfer gelingen, den Kurs in den nächsten Wochen weiter in die Höhe zu treiben, könnte seine Hoffnung, die Unabhängigkeit seines Versorgers zu wahren, sich entgegen aller Erwartungen doch noch erfüllen.

Favorit E.on

Es bleibt unwahrscheinlich, dass die Uniper-Aktie bis Anfang 2018 in den kritischen Bereich steigt. Selbst knapp oberhalb der Schwelle von 26,40 Euro dürfte E.on zudem am Paketverkauf festhalten. Der Versorger will einen Schlussstrich unter das konventionelle Geschäft ziehen, das gelingt mit einem Paketverkauf deutlich einfacher und schneller. Mit dem Fokus auf die neue Energiewelt geht der DAX-Konzern den richtigen Weg. DER AKTIONÄR favorisiert im Sektor deshalb E.on und setzt im Hebel-Depot weiter auf steigende Kurse.