E.on und Innogy: Risiko Elektromobilität – Milliarden-Investitionen nötig

Maximilian Völkl
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E.on: Das sollten Anleger nicht unterschätzen

Die Autoindustrie rüstet sich für die Elektromobilität. Immer mehr Konzerne bauen ihre Produktpalette in diesem Bereich aus. Die neue Autowelt wird allerdings nur funktionieren, wenn auch die Energiebranche mitzieht. Hier gibt es allerdings viele Herausforderungen zu meistern. Das Problem: Das Stromnetz ist nicht auf den Boom der Stromer ausgelegt.

Grund für die mögliche Überlastung ist dabei nicht der zusätzliche Strombedarf. Vielmehr könnten die höheren Spitzenlasten im Niederspannungsnetz für den Kollaps sorgen. Problematisch wird es vor allem, wenn viele Menschen gleichzeitig beispielsweise nach der Arbeit ihr Auto aufladen wollen. Bereits eine E-Auto-Quote von 30 Prozent könnte dann ausreichen, um zu flächendeckenden Stromausfällen zu führen.

Für eine Lösung sind voraussichtlich Milliardeninvestitionen in das Stromnetz nötig. „Wir müssen ausbauen, keine Frage“, so E.on-Manager Karsten Wildberger zum Handelsblatt. Hildegard Müller, Vorstandsmitglied von Innogy, rechnet bis 2030 mit Investitionen von etwa „einer Milliarde Euro pro Jahr“. Die Alternative wäre ein flexibles, zeitversetztes Laden. So könnte ein Ladevorgang beispielsweise später in der Nacht beginnen. Die Spitzenlasten könnten somit deutlich reduziert werden.

Viel Potenzial

Bis zum Durchbruch der E-Mobilität bleibt es ein weiter Weg. Für die Versorger E.on und Innogy, die sich auf die neue Energiewelt konzentrieren, könnte sich der potenzielle Megatrend aber auszahlen. Das Geschäft mit Ladesäulen wie auch die Herausforderungen des intelligenten Ladens versprechen Potenzial. Kurzfristig fehlen bei beiden Aktien allerdings die Impulse. Neueinsteiger sollten deshalb vorerst abwarten. Wer investiert ist, beachtet die Stoppkurse bei 30,00 bzw. 7,80 Euro.