E wie Einfach muss wegen unerlaubter Werbeanrufe Bußgeld zahlen

Abgelegter Telefonhörer

Der Stromanbieter E wie Einfach muss wegen unerlaubter Telefonwerbung ein Bußgeld in Höhe von 140.000 Euro zahlen. Die Tochter des Energieversorgers Eon setzte für den Vertrieb neuer Strom- und Gasverträge Callcenter ein, die viele Verbraucher hartnäckig und gegen deren erklärten Willen immer wieder kontaktierten, wie die Bundesnetzagentur in Bonn am Freitag mitteilte. Den Anrufen lagen demnach keine wirksamen Einwilligungen der Verbraucher zugrunde.

"Wer Werbung in Auftrag gibt, muss dafür Verantwortung übernehmen", betonte Behördenchef Jochen Homann. Im Auftrag von E wie Einfach warben die Callcenter bundesweit für Verträge für Strom und Gas oder forderten Verbraucher auf, den Strom- und Gaslieferanten zu wechseln.

Die Adressen wurden angeblich bei Onlinegewinnspielen gesammelt, wie die Netzagentur mitteilte: E wie Einfach und die beauftragten Callcenter bezogen von verschiedenen Adresshändlern Einwilligungsdatensätze, die angeblich bei Onlinegewinnspielen zustande gekommen waren. Ermittlungen der Bundesnetzagentur ergaben aber, dass die Angerufenen an den Gewinnspielen überhaupt nicht teilgenommen und entsprechend auch kein Werbeeinverständnis erteilt hatten.

Ebenso waren die Einwilligungstexte derart unkonkret, dass eventuelle Gewinnspielteilnehmer Art und Umfang der folgenden Werbeanrufe überhaupt nicht klar hätten erkennen können. Auch deshalb konnten sie nicht Grundlage rechtmäßiger Werbeanrufe sein.

E wie Einfach habe dieses Vorgehen über einen Zeitraum von fast drei Jahren hinweg zugelassen, monierte die Netzagentur. Kontrollmechanismen, um die massiven Rechtsverstöße erkennen und abstellen zu können, habe es nicht gegeben. Immer mehr Verbraucher reichten Beschwerde über die Anrufe bei der Bundesnetzagentur ein.

Die Geldbuße ist noch nicht rechtskräftig. Über einen möglichen Einspruch entscheidet das Amtsgericht Bonn.