DZ Bank macht mehr Gewinn als Landesbanken, Deka zusammen

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(Bloomberg) -- Die DZ Bank, das Spitzeninstitut der genossenschaftlichen Banken, hat im 1. Halbjahr mehr verdient als alle großen Landesbanken und die DekaBank im Sparkassensektor zusammen. Das Provisionsergebnis kletterte um mehr als 50% angesichts guter Geschäfte bei der Fondssparte Union Investment, während Risikovorsorgen angesichts der konjunkturellen Erholung aufgelöst wurden.

Vor Steuern erzielte die DZ Bank zwischen Januar und Juni einen Gewinn von 1,83 Milliarden Euro, verglichen mit 557 Millionen Euro im Vorjahreszeitraun, teilte das Unternehmen am Montag mit. Für das Gesamtjahr rechnet die DZ Bank mit einem Anstieg auf deutlich mehr als zwei Milliarden Euro Überschuss und ist damit sehr viel optimistischer als noch im März.

Auch bei den meisten Landesbanken und der DekaBank hatte es im Halbjahr einen Gewinnsprung gegeben, allerdings auf niedrigerem Niveau. Bei der BayernLB erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern auf 485 Millionen Euro. Die Helaba erzielte 293 Millionen Euro, die LBBW schaffte 428 Millionen Euro und die DekaBank lag bei 343 Millionen Euro. Zusammen sind das knapp 1,6 Milliarden Euro.

“Das Ergebnis bestärkt uns in unserer strategischen Ausrichtung und gibt uns Rückenwind, unseren Wachstumskurs in allen Einheiten beherzt fortzuführen“, sagte Cornelius Riese, Co-Chef der DZ Bank, vor Journalisten. Zugleich wies er darauf hin, dass das Halbjahresergebnis in dieser Höhe nicht dauerhaft sein werde. “Das war sicherlich ein Ausreißer nach oben.”

Beim Provisionsergebnis vermeldete das Unternehmen einen Anstieg auf rund 1,6 Milliarden Euro, verglichen mit knapp 1,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Haupttreiber war hier die Union Investment, wo sowohl die volumen- als auch die performanceabhängigen Erträge deutlich stiegen.

Bausparkasse bremst

Die Union Investment, der zentrale Fondsanbieter der Genobanken unter dem Dach der DZ Bank, hatte bereits vorab über eine rege Anlagetätigkeit seiner Kunden im ersten Halbjahr berichtet. Dem Unternehmen flossen netto 24,4 Milliarden Euro zu, mehr als fünfmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Einer der Gründe sei das steigende Interesse der Deutschen an Wertpapieren.

Das Provisionsergebnis der DZ Bank lag darüber hinaus auch über dem Zinsüberschuss von 1,4 Milliarden Euro, der im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückging. Die DZ Bank begründete dies mit sinkenden Erträgen bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall in Folge des Niedrigzinsumfelds sowie Portfolioabbau bei der DVB Bank.

Die Bank profitierte im 1. Halbjahr auch von Nettoauflösungen von insgesamt 114 Millionen Euro bei der Risikovorsorge. Im Vorjahreshalbjahr waren angesichts der Coronakrise noch mehr als eine halbe Milliarde Euro zurückgestellt worden.

Im Sparkassensektor laufen Bestrebungen, die verschiedenen Spitzeninstitute zusammenzuführen, ähnlich wie das mit der DZ Bank bei den Genobanken schon heute der Fall ist. Die Landesbanken bieten teils identische Dienste an und machen sich damit gegenseitig Konkurrenz.

Nach den Vorstellungen von Sparkassenpräsident Helmut Schleweis könnte zunächst die DekaBank mit der Helaba zusammengehen und so den Kern eines Zentralinstituts bilden. Unter einigen Eigentümern der Deka gibt es allerdings Widerstand. So sagte der Chef der Ostdeutschen Sparkassenverbands, Michael Ermrich, die DekaBank soll eigenständig bleiben.

(Neu: Zitat im 4. Absatz)

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