Dwayne „The Rock“ Johnson: Warum der Schauspieler derzeit der einzig wahre Action-Star ist

Johnson hat es geschafft, aus sich selbst eine Marke zu machen, die Erfolg verspricht. (Bild: Getty Images)

Der US-Schauspieler momentan der erfolgreichste Action-Held Hollywoods und macht dabei im Alleingang den großen Filmuniversen von Marvel oder Disney Konkurrenz. Wie hat es der Wrestler geschafft, sich selbst zu einer begehrten Marke zu machen?

Man muss kein Finanzanalyst sein, um sich denken zu können, welche Art Film in Hollywood zur Zeit besonders viel Geld in die Kassen spült: Unter den zehn erfolgreichsten Filmen aller Zeiten befinden sich laut „Box Office Mojo“ vier Avengers-Filme, jeweils der siebte „Star Wars“, „Harry Potter“- und „The Fast & The Furious“-Teil und die Jurassic Park-Neuauflage „Jurassic World“.

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Die Filmindustrie liebt Sequels, Prequels, Origin-Storys – kurz Franchises – weil hier neue Geschichten in bekannte Filmuniversen erzählt werden können und das Risiko eines Flops verhältnismäßig gering ist. Denn bei den oft mehreren hundert Millionen US-Dollar hohen Budgets der Blockbuster kann ein misslungener Film schnell mal ein ganzes Studio in finanzielle Bedrängnisse bringen.

Vor einigen Jahren noch war der Namen eines Stars auf dem Filmplakat genug, um einen Film zu einem Publikumshit zu machen. Im Action-Genre lockten Arnold Schwarzenegger oder Bruce Willis, im Komödienfach Jim Carrey oder Adam Sandler zahlende Zuschauer in die Kinosäle. Heutzutage kommen die Fans mitunter eher wegen Luke Skywalker oder Tony Stark als wegen Tom Cruise.

International haben seine Filme knapp 10 Milliarden Dollar eingespielt

Eine Ausnahme von dieser Regel scheint der ehemalige Wrestler Dwayne Johnson zu sein, dessen aktueller Film „Skyscraper“ seit letzter Woche in Deutschland zu sehen ist. Johnson hat es geschafft, aus sich selbst eine Marke zu machen, die Erfolg verspricht. Seit seinem Leinwanddebüt als Scorpion-King in „Die Rückkehr der Mumie“ (2001) haben seine Filme etwa 3,5 Milliarden Dollar auf dem US-Markt und knapp 10 Milliarden Dollar international eingespielt. Johnsons Erfolg erinnert an den von Arnold Schwarzenegger in den 80er-Jahren. Beide Darsteller wechselten aus dem Sportbereich zum Filmschauspiel. Schwarzeneggers Filme wie „Total Recall“ oder die „Terminator“-Reihe spielten insgesamt ca. 3,7 Milliarden Dollar ein, doch Johnsons Karriere scheint noch nicht auf ihrem Höhepunkt angekommen und international ist er schon weit erfolgreicher als sein steirischer Vorgänger.

Johnsons Charme liege gerade darin, dass er in seinen Filmen eine gewisse Ernsthaftigkeit ausstrahle, die anderen Action-Stars oft abgehe, glaubt der Filmwissenschaftler Jeff Smith von der Universität Wisconsin. Viele Comic-Helden sind sich der übertriebenen Darstellungen in ihren Filmen bewusst und kommentieren diese mitunter ironisch. Johnson dagegen erinnere dabei trotz Muskelpaket an den Typ von Nebenan, sagte Smith dem US-Sender CNN: „Er ist kein Superheld, aber kann ein paar ziemlich außergewöhnliche Dinge.“

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Johnson ist aber nicht nur Action-Star, er spielt auch in Komödien wie „Central Intelligence“, wo er sich vor allem gerne über sein toughes Image lustig macht und hat zudem eine eigene Produktionsfirma, mit der er die Serie HBO-Serie „Ballers“ produziert. Und auch außerhalb des US-Marktes kommt Johnsons Typ gut an. Sein letzter Film „Rampage“ spielte 76,7 Prozent seines 10 Milliarden Gewinns in Übersee ein. „Seine Anziehungskraft gilt für Männer und Frauen, alt oder jung“, sagt Shawn Robbins, der Chef Analytiker von „Box Office.com“. „Er hat eine Gabe dafür, mit seinen Projekten kulturelle Grenzen zu überwinden.“

Das alles hat sich natürlich auf das Vermögen des Superstars niedergeschlagen. Auf der Website “The Richest” wird er mit 220 Millionen Dollar taxiert.

Und der „The Rock“-Hype scheint anzuhalten. So stehen alleine für 2019 vier neue Filme mit ihm auf dem Plan, darunter ein „Fast and Furious“-Spin-Off und Disneys „Jungle Cruise.“ Und dann?

Auch Johnson möchte gerne in die Politik gehen

Wie schon Schwarzenegger kündigte Johnson an, auch politische Ambitionen zu haben. Er könne sich durchaus vorstellen, für die Präsidentschaft zu kandidieren, wie er der Zeitschrift „GQ“ erklärte. In Minnesota wurde immerhin bereits ein ehemaliger Wrestler zum Gouverneur gewählt und Johnson, der vom angeblich gemobbten Teenie zum Weltstar wurde, verkörpert in vielerlei Hinsicht den American Dream. Nach Präsident Trump also bald Präsident The Rock? Ganz undenkbar wäre das wohl nicht.