Dutzende Vermisste nach Gebäudeeinsturz in Zentralchina

Rettungskräfte in Changsha (AFP/-) (-)

Zwei Tage nach dem Einsturz eines mehrstöckigen Gebäudes in der zentralchinesischen Provinz Hunan haben die Rettungskräfte weiter nach mindestens 16 Verschütteten gesucht. Nach Angaben von Staatsmedien wurden bis zum Sonntag sieben Überlebende aus den Trümmern des Gebäudes in der Stadt Changsha geborgen. Dutzende Menschen galten als vermisst. Die Polizei nahm den Eigentümer sowie acht für Bauplanung und Sicherheitskontrolle Verantwortliche fest.

Am Sonntag konnten die Rettungskräfte zwei Überlebende aus den Trümmern bergen. Zuletzt gelang es ihnen am Abend und damit nach 50-stündigen Rettungsarbeiten, eine Frau aus den Trümmern zu holen, nachdem sie zuvor "Lebenszeichen" von ihr vernommen hatten. Wie der staatliche Sender CCTV berichtete, war die Frau durch eine ein Meter dicke Mauer von ihren Rettern getrennt und bei ihrer Rettung in relativ guter Verfassung.

Das Gebäude war am Freitag aus zunächst ungeklärten Gründen eingestürzt. Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Unglücks darin aufhielten, war unklar. Der Bürgermeister der Stadt, Zheng Jianxin, sprach am Samstag von mindestens 18 Verschütteten und fünf Geretteten.

Außerdem fehle von 39 weiteren Menschen jede Nachricht, sagte Zheng. Es war zunächst unklar, ob die Behörden davon ausgingen, dass die Vermissten ebenfalls unter den Trümmern begraben waren.

Die Staatsmedien zeigten Bilder von Feuerwehrleuten, die sich mit Hilfe eines Baggers durch Haufen von Metall und Betonplatten vorarbeiteten. Das Gebäude war nach Angaben der Behörden acht Stockwerke hoch, in ihm waren neben Wohnungen auch ein Kino und eine Pension untergebracht.

Die Such- und Rettungsarbeiten gingen am Sonntag weiter. Bürgermeister Zhen hatte angekündigt, "die goldenen 72 Stunden für die Rettung zu nutzen und unser Bestes zu geben, um nach den Verschütteten zu suchen". Demnach wurden mehr als 700 Helfer zum Unglücksort entsandt.

Die Zentralregierung in Peking beauftragte nach eigenen Angaben Staatsrat Wang Yong mit der Leitung der Rettungs- und Notfallmaßnahmen in Changsha. Die Entsendung eines ranghohen Vertreters der Kommunistischen Partei an den Unglücksort galt allgemein als Zeichen für den Ernst der Lage.

Die Polizei von Changsha teilte am Sonntag mit, dass der Eigentümer des Gebäudes sowie drei für Bauplanung und -aufsicht Verantwortliche festgenommen worden seien. Auch fünf private Gutachter wurden demnach unter dem Verdacht festgenommen, die Kontrolle der Gebäudesicherheit vorgetäuscht zu haben.

In China kommt es immer wieder zum Einsturz von Gebäuden. Das liegt teilweise an niedrigen Bau- und Sicherheitsstandards sowie auch an Korruption bei Behördenmitarbeitern, die für die Kontrolle der Bauregularien zuständig sind.

ans/isd

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