Duterte bestätigt Kandidatur für Amt des Vizepräsidenten

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Philippinischer Präsident Rodrigo Duterte

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat am Dienstag betätigt, dass er im kommenden Jahr für das Amt des Vizepräsidenten kandidieren will. So könne er seinen "Kreuzzug" gegen Drogen und Aufständische am besten fortsetzen, sagte Duterte in einer vorab aufgezeichneten Rede, die am Dienstagabend ausgestrahlt wurde. Als Präsident darf Duterte laut Verfassung nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren.

Der Präsident und der Vizepräsident werden auf den Philippinen getrennt gewählt. Wenn der Präsident stirbt, arbeitsunfähig wird oder während seiner Amtszeit zurücktritt, übernimmt sein Stellvertreter das Amt.

Die Regierungspartei PDP-Laban wird voraussichtlich Dutertes langjährigen Verbündeten, den Senator Christopher Lawrence "Bong" Go, für die Wahl im Mai als Präsidentschaftskandidaten aufstellen. Aber eine Parteigruppe um den Boxer und Senator Manny Pacquiao erklärte, dass die Doppel-Kandidatur von Go und Duterte nur ein "Verschleierungsmanöver" sei, um Dutertes Tochter Sara vor politischen Attacken zu schützen. Diese gilt ebenfalls als mögliche Kandidatin für das Präsidentenamt gilt.

Laut Meinungsumfragen liegt Sara Duterte-Carpio, die einer anderen Partei angehört, in der Wählergunst vorne. Präsidentensprecher Harry Roque sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, dass Duterte in einer früheren Version der Ansprache seinen und Gos Rückzug für den Fall einer Kandidatur seiner Tochter angekündigt hatte - diese Stelle wurde aber aus der finalen Version herausgeschnitten.

Duterte-Carpio erklärte auf Facebook, ihr Vater habe sie aufgefordert, entweder seine Kandidatur mit Go zu unterstützen oder Go als ihren Vizepräsidenten zu akzeptieren. Sie sagte dazu: "Ich rate ihnen respektvoll, nicht mehr über mich zu sprechen und mich zum Grund für ihre Kandidatur oder Nicht-Kandidatur zu machen".

1Sambayan, eine breite Koalition von Oppositionellen, erklärte, Dutertes Rede sei eine "Verhöhnung" der Verfassung. "Offensichtlich wird dies von der Angst vor der Rechenschaftspflicht sowohl vor dem Internationalen Strafgerichtshof als auch vor unserem eigenen Justizsystem angetrieben", erklärte die Gruppe auf Facebook.

Während seiner Amtszeit hatte Duterte eine gnadenlose Jagd auf Drogenkonsumenten und -händler gestartet, bei der nach Angaben von Menschenrechtsgruppen zehntausende Menschen getötet wurden. Der Internationale Strafgerichtshofs (IStGH) will eine umfassende Untersuchung der Morde einleiten. Als Präsident gilt Duterte als immun gegen Strafverfolgung. Es ist umstritten, ob dieser Schutz auch für den Vizepräsidenten gilt.

ao/gap/fml

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