Dustin Hoffman: Der größte kleine Mann Hollywoods wird 80

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Dustin Hoffman mag klein an Statur sein, doch er zählt zu den ganz Großen in Hollywood. Dank seiner Wandelbarkeit hat er eine steile Karriere hingelegt.

Wäre Dustin Hoffman 15 Jahre früher oder später geboren, hätte er es womöglich nie geschafft, ein Star zu werden. Dass ein Mann seines Formats in Hollywoods Studio-Ära oder zur Geburtsstunde der großen Action-Helden den Durchbruch schafft, scheint fast undenkbar. Doch Hoffman kam genau zur richtigen Zeit. Am 8. August feiert er seinen 80. Geburtstag. Wie schaffte es der 1,66-Meter-Mann einer der größten Schauspieler aller Zeiten zu werden?

Neue Stars für das neue Hollywood

Dustin Hoffman hätte das selbst wohl am allerwenigsten gedacht. Als er sich mit seinen WG-Kumpeln Gene Hackman (87, "Der Dialog") und Robert Duvall (86, "Der Richter") am Rande des Existenzminimums von Casting zu Casting hangelte, machte sich keiner von ihnen Illusionen vom großen Durchbruch. Die Hauptrollen waren damals für die Marlon Brandos und Paul Newmans reserviert, die nicht nur das Talent zum Superstar hatten, sondern auch das Aussehen.

Doch dann brach mit der New-Hollywood-Strömung eine neue Ära in der Traumfabrik an. Die wilden 60er und 70er brachten Gewalt, Drogen und grobe Anti-Helden auf die Leinwände. Die Zeit der Charakterköpfe war angebrochen.

So avancierte das Method-Acting-Triumvirat Al Pacino (77, "Scarface"), Robert De Niro (73, "Good Fellas") und Dustin Hoffman zum Inbegriff des Hollywood-Stars. Plötzlich schnappte sich ein kleiner Mann mit zu großer Nase einige der saftigsten Rollen und machte jede davon unvergesslich...

Wandelbar wie kaum ein anderer

Anders als die Italo-Amerikaner Pacino und De Niro ließ sich Hoffman dabei von Beginn an nicht auf einen Rollentypus festlegen. Nicht lange nach "Die Reifeprüfung", in dem Film gab er den naiven Studenten, spielte er ebenso überzeugend einen 120-Jährigen in "Little Big Man".

Blockbuster schlug er beharrlich aus und verwandelte sich stattdessen in einen schmierigen Gauner ("Asphalt Cowboy"), einen Stand-up-Komiker ("Lenny") oder schlüpfte in Frauenklamotten ("Tootsie"). So erspielte sich Hoffman den seltenen Status des Schauspiel-Genies, der bis ins hohe Alter trotz Mega-Flops wie "Ishtar" und halbgarem Klamauk wie "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" keinen Funken an Respekt einbüßen musste. Zwei Oscars - für "Kramer gegen Kramer" und "Rain Man" - sowie diverse andere Preise stehen in seinem Regal.

Bildergalerie: Das Leben von Dustin Hoffman

Wilder als sein Ruf

Sein harmloses Äußeres half ihm nicht nur dabei, auf der Leinwand immer wieder zu überraschen, es etablierte auch sein Image als freundlicher Witzbold. Dabei galt er bei Dreharbeiten mitunter als schwierig. Als er bei "Der Marathon Mann" (1976) tagelang nicht schlief, um glaubhaft erschöpft zu wirken, spöttelte sein entnervter Co-Star Laurence Olivier (1907-1989): "Mein lieber Junge, versuchen Sie es doch mit Schauspielern."

Schauspielerin Meryl Streep (68, "Der Teufel trägt Prada") soll er am Set von "Kramer gegen Kramer" das Leben zur Hölle gemacht haben, um vor der Kamera die richtige Feindseligkeit zu erzeugen. In Erinnerung blieb das ebenso wenig wie seine Sex- und Drogen-Eskapaden, die er nach seinem Erfolg mit "Die Reifeprüfung" durchlebte.

Auf weitere 20 Jahre

Privat ist Dustin Hoffman längst zur Ruhe gekommen. Seit 1980 ist er mit seiner zweiten Frau Lisa (62) verheiratet. Mit ihr hat er vier Kinder, aus seiner ersten Ehe stammen zwei weitere. Auch beruflich lässt er es ruhiger angehen. Er arbeitet zwar konstant, aber mit weniger Verbissenheit als in jüngeren Jahren. Vor fünf Jahren erfüllte sich Hoffman mit dem Film "Quartett" zudem seinen lange gehegten Wunsch, Regie zu führen.

Wenn es nach Hoffman geht, ist noch lange kein Ende in Sicht. In Rente zu gehen, kommt für ihn nämlich nicht in Frage. Mit seiner jüngsten Tochter habe er einen Pakt geschlossen, mindestens 100 Jahre alt zu werden, sagte er einmal der "FAZ", und zuhause rumzusitzen, sei nicht sein Ding. So lange weiter vor der Kamera zu stehen, bis er tot umfalle, das sei ganz nach seinem Geschmack.

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