Durch die Wahljahre: Die Slogans der CDU

Wahlkampfplakat der CDU von 1953 (Bild: By CDU (CC BY-SA 3.0 de), via Wikimedia Commons)

Von der Bundestagswahl 1949 bis heute hatte die CDU schon die unterschiedlichsten Wahlkampf-Slogans. Wir werfen einen Blick zurück.

#fedidwgugl oder ausgeschrieben “Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben” ist der aktuelle Slogan der CDU für die Bundestagswahl 2017. Der Slogan an sich ist inhaltlich mehr als erwartbar, der dazugehörige Hashtag nicht. Er erinnerte manchen eher an Stefan Raabs Casting-Show-Format von 2008 namens “Stefan sucht den Superstar, der singen soll was er möchte und gerne auch bei RTL auftreten darf.” Kurz: “SSDSDSSWEMUGABRTLAD”. Griffig geht anders.

Schaut man zurück, finden sich unter den Wahlkampf-Slogans der CDU aber noch weitere schöne Claims. Los geht’s 1953 mit dem schönen “Für Dich, Bauer – CDU, Adenauer”. Relativierend muss man erwähnen, dass dieser Slogan auf einem Wahlplakate mit dem Motiv eines Bauern prangte und speziell für die Berufsgruppe der Bauern gedacht war. 1957 forderte die Partei dann “Keine Experimente” von ihren Wählern, nicht dass am Ende noch was Rotes dabei rauskommt. Vier Jahre nach der gewonnenen Wahl gegen die SPD-Konkurrenz folgte dann unter anderem der Slogan “Auch morgen keine Experimente.” Das mag nicht kreativ sein, aber immerhin konsequent.

CDU-Wahlkampfplakat “Keine Experimente” von 1957. (Bild: By CDU (CC BY-SA 3.0 de), via Wikimedia Commons

Hatte die CDU bis 1965 im Schnitt 7,5 Wahlslogans pro Bundestagswahl , sticht 1969 besonders heraus. Da gab’s nämlich nur drei Sprüche und zwar “CDU – Sicher in die 70er Jahre”, “CDU – auf den Kanzler kommt es an” und “Sicherheit – CDU – Fortschritt”.

Vielleicht waren gerade die soliden und etwas drögen Sprüche von 1969 der Grund für die Kreativitätsexplosion zur Wahl 1972. Während die Junge Union mit dem Slogan “Black is beautiful” die Parteifarbe ins Rampenlicht stellte, fing die ältere Union an zu reimen: “Ein Stopp den hohen Preisen! Die CDU wird es beweisen”. Reimt sich nicht, aber auch schön: “Machen Sie es wie die Preise, laufen Sie der SPD davon.”

Wahlkampfplakat der Jungen Union von 1972 (Bild: By CDU (CC BY-SA 3.0 de), via Wikimedia Commons

1976 wurden die Wahlplakate dann zu Werbepostern für eine bis zum heutigen Datum leider nicht umgesetzte CDU-Daily-Soap mit dem Titel “Aus Liebe zu Deutschland: Helmut Kohl – der Mann, dem man vertrauen kann”. Nachdem man die Wahl verloren hatte – der letzte Sieg war mittlerweile 15 Jahre her – probierte man es 1980 mit den Schlagwörtern “Freiheit” und “Frieden” in sämtlichen Kombinationen und besetzte Franz Josef Strauß anstelle von Helmut Kohl. Letzterer wurde durch die Neuwahlen 1983 schließlich doch noch zum Bundeskanzler und sollte es auch die nächsten 16 Jahre lang bleiben.

Zurück zu den Slogans: 1990 versuchte es die Junge Union nochmal mit einem englischen Spruch: “Touch the Future – CDU – Die Jungen in der UNION”.

Acht Jahre später konnten sich die deutschen Wähler dann entscheiden, ob sie mit der CDU auch gleichzeitig “Familie/Sicherheit/Frieden/Aufschwung wählen” wollten. Entschuldigung, jetzt hätten wir fast die blühenden Landschaften vergessen, denn auch den Slogan “Blühende Landschaften wählen” gab es damals. Irgendwie muss man schließlich die grünen Wähler auf seine Seite bekommen! Aber das war noch nicht das Highlight aus dem Jahre 1998. Nein, das war der Spruch und das dazugehörige Plakat “keep Kohl”.

(Bild: By CDU (CC BY-SA 3.0 de), via Wikimedia Commons)

In den darauffolgenden Wahlperioden war die CDU alles von “Kantig. Echt. Erfolgreich.” über “Besser für die Menschen – CDU” bis hin zu besonders familienfreundlich: “Jede Familie ist anders. Und uns besonders wichtig.” Und gerade wenn man denkt: “Na gut, die waren auch schon mal kreativer”, kommt von Twitter ein Hashtag geflogen. In diesem Sinne, #fedidwgugl!

(Bilder: By CDU CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons)