Dunning-Kruger-Effekt: Dieses psychologische Phänomen erklärt, warum Inkompetenz und Ignoranz so oft miteinander einhergehen

 - Copyright: Nicoleta Ionescu/Shutterstock
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Unerfahrenheit führt zu viel Selbstbewusstsein – und Mut. Vielleicht ist es euch schon mal selbst passiert, dass ihr euch in einem Moment der Selbstüberschätzung erwischt habt. Falls nicht, dann kennt ihr aber sicher Fußballfans, die über Trainer schimpfen, und natürlich selbst alles viel besser machen würden, wären sie in deren Position. Oder Mitarbeiter, die das Gleiche über ihre Vorgesetzten denken.

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Dieser Selbstüberschätzung liegt ein psychologisches Phänomen zugrunde, das als Dunning-Kruger-Effekt bekannt geworden ist. Entdeckt wurde er im Jahr 1999 von zwei Psychologen – David Dunning und Justin Kruger – an der US-amerikanischen Cornell University. Sie hatten logisches Denken bei ihren Versuchspersonen getestet und konnten zeigen: Je weniger Menschen in einem bestimmten Bereich wissen und je weniger kompetent sie dabei sind, desto besser schätzen sie ihr eigenes Wissen und ihre Kompetenz ein.

Paradox, oder? Und umgekehrt: Je kompetenter sie sind und je mehr sie über eine Sache wissen, umso schlechter schätzen sie sich ein. Mit der Selbstüberschätzung einher geht den Forschern zufolge, dass Menschen das Ausmaß ihrer Inkompetenz dabei gar nicht erfassen können. Und das wiederum führt dazu, dass der Betroffene nicht motiviert ist, etwas an seiner Kompetenz zu ändern – und noch dazu die Kompetenz anderer Menschen, die vielleicht tatsächlich viel mehr Ahnung haben, unterschätzt.

„Der Dunning-Kruger-Effekt ist nicht nur schlecht. Er kann auch dabei helfen, etwas zu wagen, zu riskieren – zum Beispiel sich auf den Job zu bewerben, bei dem man nur 50 Prozent der Voraussetzungen erfüllt“, sagt die promovierte Persönlichkeitspsychologin Fanny Jimenez, die durch den Podcast „Zuhören, Karriere machen“ führt. "Aber er hat auch Schattenseiten, die leider nicht immer harmlos sind." Alles, was ihr über den Dunning-Kruger-Effekt wissen solltet, erfahrt ihr in der neuen Folge. Hört rein!

Über den Podcast

Bei „Zuhören, Karriere machen“ verraten wir euch in kurzen Episoden einfache Lifehacks aus der Psychologie, mit denen ihr im Job schneller vorankommt. Warum sollte man sich in Meetings öfter melden? Wie bekämpft man Arbeitsblockaden? Und wie bringt man Menschen dazu, mit nervigen Gewohnheiten aufzuhören?

Über diese großen und kleinen Probleme im Berufsleben spricht die promovierte Psychologin und Journalistin Fanny Jimenez abwechselnd mit Karriere-Redakteurin Hendrikje Rudnick und Podcast-Redakteur Michael Reinhardt. Jeden Sonntag erscheint eine neue Folge. Hört sie euch an bei SpotifyApple PodcastsDeezerGoogle PodcastsPodimo und überall, wo es Podcasts gibt.

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