Dunja Hayali: Muslimische Soldatin kontert Linken-Fraktionschef Bartsch

Dieselskandal, Bundeswehreinsatz in Mali, Zivilcourage. Das waren Hayalis Themen am gestrigen Abend.

Oberstabsärztin Nariman Reinke: „Man fängt nicht an eine Suppe zu kochen und hört mittendrin auf!“ – Foto: ZDF/Svea Pietschmann

In der fünften Runde ihrer Talksendung füllte Dunja Hayali das Sommerloch mit folgenden Themen:

Lebensgefährliche Mission: Bundeswehreinsatz in Mali. Gipfel der Wut: der Skandal um den Diesel. Die Retter von Hamburg: wie weit soll Zivilcourage gehen?

Gipfel der Wut: der Skandal um den Diesel

First-World-Problems first: Der Dieselskandal. Zu Gast sind Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und drei betrogene Bürger. Zwei von ihnen Stuttgarter – das heizt die Stimmung ganz klar auf – denn wer sich schon einmal bei Feinstaubalarm in der schwäbischen Metropole aufhielt, der weiß: Stuttgart ist schlimmer als Neu-Delhi. Atemmasken sind das Mindeste, das die Schwaben dann fordern. Luftschutzbunker wären besser.

Mit dem Entschluss des Diesel-Gipfels, Softwareupdates bei betroffenen Fahrzeugen vorzunehmen, ist keiner so recht zufrieden. Die Verbraucher fühlen sich betrogen, „Made in Germany ist beschädigt“, so Hayali.

Wer nicht weiter weiß, macht ‘nen Arbeitskreis.

Bundesumweltministerin Hendricks zeigt sich entgegenkommend und räumt ganz treffend ein: Wer nicht weiter weiß, macht ‘nen Arbeitskreis. Die Expertenrunde ist also schon einberufen – so können sich Feinstaubjäger und Experten noch eine Weile gemeinsam im Kreis drehen.

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Lebensgefährliche Bundeswehreinsätze

Next up: UNISMA und der umstrittene Bundeswehreinsatz in Mali. Hayali hat Camp Castor im malischen Gao besucht und war mit deutschen Soldaten auf Tour. Die Debatte dreht sich um Materialmängel bei der Bundeswehr nach dem Absturz eines Tiger-Helikopters, um die Ablehnung bewaffneter Drohnen und die Interessen deutscher Sicherheitspolitik. Relativ eingeschränkt nur widmet sich die Diskussion um den Sinn und Nutzen dieses Einsatzes den betroffenen Menschen – auf beiden Seiten.

„Man fängt nicht an eine Suppe zu kochen und hört mittendrin auf!“

Als Gäste diskutieren unter anderem Bundeswehrsoldatin Nariman Reinke und der Linken-Fraktionschef im Bundestag, Dietmar Bartsch. Reinke hält eine wahre Wut-Rede – unter anderem bezüglich der Politik zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan: „Man fängt nicht an eine Suppe zu kochen und hört mittendrin auf!“ Darauf Bartsch: „Wenn es nach uns ginge, würde es den Einsatz in Mali nicht geben, weil wir nicht sehen, dass dort irgendwelche sicherheitspolitischen Interessen Deutschlands vertreten werden müssen.“ Gleichzeitig entgegnet er den Vorwürfen aber gekonnt: „Nun haben wir das große Problem, dass wir im Moment nicht regieren.“ So kann man sich schon mal aus der Affäre ziehen.

Der Afghane Toufiq Arab: Ausgezeichnet mit dem Preis für Zivilcourage. – Foto: Screenshot/ZDF

Kleine Randnotiz: Die Gäste, die an diesem Abend am leidenschaftlichsten für die Bundesrepublik und ihre Werte einstehen, sind Muslime. Teils Flüchtlinge. Die Oberstabsärztin Nariman Reinke stammt aus Marokko.

Die Retter von Hamburg

Und dann ist da noch Toufiq Arab, anerkannter Asylbewerber und einer der Männer, die den Messer-Attentäter von Hamburg stellten. Als einer von sieben jungen, hauptsächlich muslimischen Männern, erhielt er gerade erst den Preis für Zivilcourage. Toufiq Arab stammt aus Afghanistan. Einem Land das – wir haben es gestern Abend einmal öfter gehört – noch lange kein sicheres Herkunftsland ist. In der nächsten Woche, so Hayali, geht es übrigens um das Thema Abschiebung. (ah)

Fotos: ZDF/Svea Pietschmann, Screenshot/ZDF