Das ungleiche Gigantenduell

·Lesedauer: 5 Min.
Das ungleiche Gigantenduell
Das ungleiche Gigantenduell

LeBron James hat mehr als deutlich gemacht, was er von dem neuen Play-In-Turnier der NBA hält. (Alles Wichtige zur NBA)

"Wer auch immer sich diesen Mist ausgedacht hat, muss gefeuert werden", schimpfte der Superstar der Los Angeles Lakers zuletzt über das neue Format, bei dem die Teams auf den Plätzen sieben bis zehn jeder Conference die letzten beiden Playoff-Plätze ausspielen. (So laufen die NBA-Playoffs 2021)

Zu diesem Zeitpunkt wusste der 36-Jährige allerdings noch nicht, dass seine Lakers tatsächlich das offenbare Horrorszenario Play-in-Tournament erwartet. Der amtierende Champion hat die direkte Qualifikation für die Playoffs der NBA verpasst.

Dabei gewannen die Lakers ihr letztes Match der regulären Saison mit 110:98 gegen die New Orleans Pelicans. Doch der fünfte Sieg in Folge reichte nicht aus, um in der Tabelle im Westen noch auf Platz sechs zu springen. (Tabellen der NBA-Saison 2020/21)

Lakers müssen in Play-In-Turnier ran

LeBron ist nun also unfreiwillig ein Teil des Play-In-Turniers. Während "King James" darüber aber vermutlich gar nicht begeistert ist, erwartet die Sport-Welt noch bevor die Playoffs starten ein spannungsgeladenes Basketball-Schmankerl. (Spielplan der NBA-Saison 2020/21)

Denn: Im sogenannten "Seven-Eight Game", bei dem der Siebte einer Conference gegen den Achtplatzierten der regulären Saison um ein Ticket für die Playoffs kämpft, kommt es zum absoluten Hammer-Duell. Die Lakers mit Superstar LeBron treffen auf die Golden State Warriors mit Stephen Curry, dem derzeit vielleicht besten Spieler der Liga.

Gerade erst schnappte sich Curry mit dem Ende der Regular Season die Krone des besten Scorers der Liga vor Bradley Beal von den Washington Wizards. Im Schnitt legte der Point Guard 32.0 Punkte pro Spiel auf. Nur wenige Wochen zuvor stieg der 33-Jährige bei den Warriors zur Legende auf und überholte Wilt Chamberlain als besten All-Time-Scorer der Dubs.

LeBron und Schröder schwärmen von Curry

In Anbetracht dieser Leistungen schwärmte selbst James in höchsten Tönen und sprach sich in der Debatte über den MVP-Award für seinen großen Rivalen aus: "Schaut euch doch nur mal an, was er in diesem Jahr geleistet hat. Wenn Steph nicht bei Golden State spielen würde, was wäre das für ein Team?", so der Lakers-Star.

Und weiter: "Wir bemessen so etwas manchmal zu sehr an Statistiken, anstatt uns zu fragen, wer die beste Saison gespielt hat. Meiner Meinung nach ist das Steph in diesem Jahr gewesen."

DAZN gratis testen und die NBA live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Dem pflichtete auch Warriors-Trainer Steve Kerr bei: "Er war noch nie besser, das kann ich sagen. Es war einfach eine unglaubliche Saison, und dabei möchte ich es belassen. Er war noch nie so gut wie im Moment."

Dennis Schröder sagte, Curry sei "der beste Schütze, der jemals dieses Spiel gespielt hat" und Anthony Davis betonte die Bedeutung der Defense: "Wir müssen unser Bestes tun, um ihn (Curry; Anm. d. Red) in Schach zu halten. Wir müssen sicherstellen, dass wir ihn immer im Auge behalten."

LeBron plagt sich mit Verletzungen

Hat Golden State mit Curry in Topform also den entscheidenden Vorteil?

Auch LeBron spielt mit durchschnittlich 25 Punkten pro Spiel eine starke Saison und könnte vor allem in der Defensive gegen Curry zum großen Faktor werden. "LeBron ist in jeder Hinsicht ein brillanter Basketballspieler und das schließt auch seine Verteidigung ein", betonte Dubs-Trainer Kerr.

Regelmäßig führt er sein Team im Alleingang zum Sieg. Allerdings hatte der Forward immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen.

Vor dem Abschluss der Regular Season hatte James bereits 26 der 28 vorherigen Spiele verpasst. Und auch gegen die Pelicans war die Parte für ihn vorzeitig beendet. Offenbar zog er sich eine leichte Verschlimmerung seiner Verletzung am rechten Knöchel zu. Sein Coach Frank Vogel gab allerdings Entwarnung: "Er hat voll am Training teilgenommen und ist einsatzbereit."

Der große Unterschied zwischen Curry und James liegt nicht im sportlichen Bereich. Während der Warriors-Star in der NBA fast von allen verehrt wird, hat "King James" viele Kritiker und eckt auch mit politischen Äußerungen häufig an.

Zoff zwischen LeBron und Ibrahimovic

Erst kürzlich kam es sogar zum Zoff mit Fußball-Star Zlatan Ibrahimovic. "Er ist phänomenal in dem, was er tut", lobte "Ibra" zunächst in einem Interview mit Discovery+ in Schweden, "aber ich mag es nicht, wenn Leute einen gewissen Status haben und dann Politik machen wollen."

Curry vs. James - man könnte das Aufeinandertreffen wohl auch als Duell der Gegensätze bezeichnen. Dabei handelt es sich wahrlich um keine neue Erfahrung für die beiden NBA-Stars. Schließlich hat LeBron im vergangenen Jahrzehnt wohl mehr Schlachten mit Curry geschlagen als die meisten anderen NBA-Spieler.

Während ihrer Karriere haben beide Profis 22 Playoff-Spiele gegeneinander bestritten. Jedes davon fand in den NBA-Finals statt. Dort standen sich die beiden Mehrfach-MVPs sogar viermal nacheinander gegenüber.

Hoch-Spannung im Play-In-Turnier

Jetzt kommt es zum ersten Post-Season-Aufeinandertreffen in einer früheren Runde als den Finals. Damit schreiben LeBron und Curry also zweifelsohne Geschichte - und in gewisser Weise steht zwischen ihnen mehr denn je auf dem Spiel. Der Grund: In einer Serie mit sieben Spielen gewinnt meistens das bessere Team. Bei einem einzelnen Spiel hingegen kann alles passieren.

Allerdings handelt sich bei dem "Seven-Eight Game" nicht um ein K.o.-Spiel. Der Verlierer des Duells trifft auf den Gewinner des "Nine-Ten Game", also entweder die Memphis Grizzlies oder die San Antonio Spurs, und kann mit einem Sieg immer noch den Einzug in die Playoffs perfekt machen.

Doch selbst diese Tatsache dürfte die Spannung, die das Duell LeBron vs. Curry verspricht, nicht schmälern.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.