Wie eine dubiose Söldnertruppe Erdogan an der Macht halten könnte

Lennart Pfahler
Zwei Soldaten in der Putschnacht am 15. Juli 2016.

Istanbul, Istikal Caddesi: die beliebteste Einkaufsmeile der Stadt. Menschen drängen sich vorbei an den Geschäften, den Simit-Verkäufern, die an ihren kleinen roten Wagen Hefegebäck anbieten. Es ist laut, elektronische Musik dringt aus Handy- und Modegeschäften, Reiseführer versuchen auf Arabisch, Touristinnen aus den Golfstaaten zu ködern, Eisverkäufer preisen ihre Ware an.

Nur einen Klang vermisst man dieser Tage. Noch vor rund einem Jahr, im April 2017, wenige Tage vor dem türkischen Verfassungsreferendum – war er an jeder Ecke zu hören. Der Klang des Wahlkampfs.

Wo noch vor einem Jahr überall Schlachtsongs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aus den Boxen plärrten, Menschen sich in Gruppen vor Plakaten und Fahnen ihrer Parteien versammelten, schrien und tanzten, scheint es heute fast ruhig zuzugehen.

Es ist eine Ruhe, die kaum darüber hinwegtäuschen kann, dass die Gesellschaft noch immer stark polarisiert ist. Manche glauben gar: Am Rande eines Bürgerkriegs.

Der Chef der Kurdischen Gemeinde in Deutschland warnte in der HuffPost zuletzt: “Erdogan könnte eine Million seiner Anhänger bewaffnet haben”. Für den Fall, dass der türkische Präsident die Wahlen verliert, drohen gewaltsame Ausschreitungen.

Dafür konnte vor allem eine Gruppe sorgen, die in den vergangenen Jahren in der...

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