Dubai: Modenschau in der Shopping Mall

Exquisite Trends für die kommende Saison bekamen Modefans auf der jüngsten “Vogue Fashion Dubai Experience” serviert. Die Modenschau in einer gigantischen Shopping Mall (angeblich die größte weltweit) präsentierte die Kollektionen von acht internationalen Jungdesignern.

Darunter war die saudische Schneiderin Reem al Kanhal, deren dritte Kollektion namens “Window to the Soul” auf großen Zuspruch stieß. Ausgangspunkt waren traditionelle Kleider, auf den modernen Geschmack gebracht: Lange Hosenanzüge, Jumpsuits und knackiges Orange.

Emirats : défilé de jeunes créateurs au Vogue Fashion Experience à Dubaï https://t.co/D51uwkxX20 #AFP pic.twitter.com/3BrseMngg9— Agence France-Presse (@afpfr) 30 Octobre 2015

Reem Al Kanhal: “Mein Stil ist feminin und androgyn zugleich. Viele Leute finden ihn schräg und avantgardistisch, weil er nicht dem entspricht, was man von einem saudischen oder arabischen Designer erwarten würde. Grundlage sind glatte Baumwollstoffe, hinter jeder Kollektion steckt eine eigene Geschichte.”

Europäische und orientalische Einflüsse verknüpfte die Kollektion von Krikor Jabotian. Der Designer mit armenischen Wurzeln lebt und arbeitet Beirut und war nach dem Studium bei Elie Saab tätig, bevor er sein eigenes Label schuf.

Krikor Jabotian: “Ich hätte gerne, dass meine Kreationen wie Prototypen wirken und dennoch tragbar sind. Dass ich Libanese mit armenischen Wurzeln bin, ist in meiner Kollektion ganz selbstverständlich zu spüren. Für mich ist es eine große Bereicherung, verschiedene Kulturen haben, libanesisch, orientalisch, armenisch.”

Rita del Prete, euronews: “Die Vogue Fashion Dubai Experience stellte in diesem Jahr erstmals den Wettbewerb ‘Who is on Next?’ für neue Talente aus dem Mittleren Osten, Afrika und Asien vor. Die Gewinner haben die Möglichkeit, an den wichtigsten italienischen Modenschauen teilzunehmen.”

25 Designer wurden zum Wettbewerb eingeladen. Auch der Libanese Hussein Bazaza. Auf der Suche nach Inspiration setzt sich der Junge Schneider keine Grenzen.

Hussein Bazaza: “Jede Saison habe ich andere Inspirationsquellen. Für die Frühjahrs-Sommer-Kollektion 2016 dachte ich an Persien, die Architektur, die Gemälde, die Kunst. Die Atombombe war eine andere, sehr spannende Inspirationsquelle.”

Bei den großen Haute-Couture- und Prêt-à-porter-Schauen in Paris, Mailand oder London sitzen sie nicht unbedingt in der ersten Reihe, aber die wichtigsten Kundinnen für exquisite Mode leben in der Golfregion. Vor der zahlungskräftigen Klientel in Dubai zu defilieren ist für Jungdesigner wie Hussein Bazaza bereits ein Ritterschlag.