Dua Lipa und Rapper Stormzy bei Brit Awards ausgezeichnet

Dua Lipa bei den Brit Awards

Newcomer schlagen Schwergewichte: Die 22-jährige R'n'B-Sängerin Dua Lipa und der 24-jährige Rapper Stormzy sind bei den Brit Awards als beste britische Künstler ausgezeichnet worden. Für den bewegendsten Moment der Gala am Mittwochabend in London sorgte jedoch Ex-Oasis-Sänger Liam Gallagher. Als Zeichen der Solidarität mit der jüngsten Frauenbewegung dienten diesmal weiße Rosen statt schwarzer Roben.

Dua Lipa schlug bei der Preisverleihung am Mittwochabend in London die Konkurrentinnen Paloma Faith, Kate Tempest, Jessie Ware und Laura Marling aus dem Feld, Stormzy setzte sich unter anderem gegen Ed Sheeran und Liam Gallagher durch.

Die 22-Jährige hatte Mitte vergangenen Jahres ihr erstes Album herausgebracht und war dafür von Kritikern gefeiert worden. Das Fachblatt "NME" lobte vor allem ihre Stimme und ihre künstlerische Reife trotz ihres jungen Alters. Dafür wurde sie bei den Brit Awards auch als bestes Nachwuchstalent ausgezeichnet.

Sie hoffe, künftig mehr Frauen auf "dieser Bühne" zu sehen, mehr Frauen, die Preise gewinnen und mehr Frauen in Führungsrollen, sagte sie bei der Entgegennahme ihrer Trophäe. Wie bereits bei den Grammys Ende Januar erschienen viele Stars mit weißen Rosen, um ihre Solidarität mit der Bewegung gegen sexuelle Übergriffe und für die berufliche Gleichbehandlung von Frauen zu zeigen.

Stormzy veröffentlichte ebenfalls im vergangenen Jahr seine erste Platte "Gang Signs & Prayer", diese brachte ihm nun gleich den Preis für das beste britische Album ein. Der Star des Grime nutzte seinen Auftritt mit einer gerappten Kritik an Premierministerin Theresa May für ihren Umgang mit der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower - "Yo, Theresa May, wo ist das Geld für Grenfell? Dachtest Du, wir hätten Grenfell einfach vergessen?"

Nicht weit kam dagegen Damon Albarn mit seiner - vermutlichen - Kritik am Brexit. Als der Frontman der Gorillaz den Preis für die beste britische Band entgegennahm, rief er das Publikum dazu auf, es nicht hinzunehmen, dass seine "liebenwerte" Heimat "isoliert" werde - während er seinen Gedanken weiter ausführen wollte, blendeten die Kameras ihn aus.

Für nachdenkliche Zwischentöne sorgte unterdessen Liam Gallagher. In Erinnerung an die 22 Todesopfer des Anschlags während eines Konzerts von Ariana Grande im vergangenen Mai in seiner Heimatstadt Manchester sang der ehemalige Oasis-Leadsänger den Klassiker der Band: "Live Forever". Tausende Lichter von Smart-Phones begleiteten Gallagher, der erst im letzten Moment für die erkrankte US-Sängerin eingesprungen war, bei seiner traurigen Hommage.

Als beste internationale Gruppe wurden die Foo Fighters aus den USA, als beste internationale Künstlerin die neuseeländische Musikerin Lorde ausgezeichnet. Bester internationaler Künstler wurde Kendrick Lamar. Während seines Auftritts stand er auf einer riesigen transparenten Box mit einem Sportwagen, den ein Helfer nach und nach in Stücke schlug.

Verlierer des Abends war Ed Sheeran. Trotz vier Nominierungen wurde der 24-jährige britische Musiker lediglich für seinen "internationalen Erfolg" gewürdigt. Zumindest dürfte er sich von den Worten von Ronnie Wood getröstet fühlen: Bei der Übergabe des Preises würdigte der Rolling-Stones-Gitarrist Sheerans Talent und seine Fähigkeit, "mit beiden Füßen fest auf dem Boden zu stehen".