„Du, mein Schatz, bist wunderschön!“ – So inspirierend war Pinks Rede bei den MTV Video Music Awards

Pink mit ihrem Mann und ihrer Tochter bei den Video Music Awards 2017. (Bild: AP Photo)

Die MTV VMAs standen dieses Jahr im Zeichen des Widerstands gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeit. Die Sängerin Pink schlug bei ihrer Dankesrede den Bogen von ihrem persönlichsten Umfeld hin zu den ganz Großen der Musikgeschichte – und inspirierte damit Stars wie Zuschauer gleichermaßen.

Als Pink den Preis für ihre Vorreiterrolle in der Popmusik bekam, hielt sie keine Dankesrede. Stattdessen erzählte sie eine Geschichte, rührend, lustig und zutiefst persönlich.

Ihre kleine Tochter, die gerade einmal sechs Jahre alt ist, habe ihr auf dem Weg zur Schule gesagt: „Mama, ich bin das hässlichste Mädchen, das ich kenne. Ich sehe aus wie ein Junge mit langen Haaren.“ „Ich fragte mich, woher das wohl kommt. Wer hat das gesagt? Und ob ich einem Sechsjährigen in den Hintern treten darf“, sagte Pink und das Publikum lachte.

Pink aber resignierte nicht, sie wurde nicht sauer oder erklärte ihrer Tochter, wie feminin sie doch sei. Stattdessen legte Pink ihr eine Power Point-Präsentation vor. Darin waren Künstlerinnen und Künstler aufgelistet, die nicht den gängigen Stereotypen von Mann und Frau entsprechen. Androgyne Typen, homosexuelle Typen und alle, die sich dagegen wehrten, künstliche Normen aufrecht zu erhalten. Michael Jackson, Freddy Mercury, Janis Joplin oder David Bowie waren dabei. Sie alle hätten Menschen inspiriert und einfach ihr Ding gemacht.

Dann wurde Pink konkreter: „‚Wie denkst du denn, wie ich aussehe?’ Und sie sagte: ‚Naja, du bist wunderschön.’ Und ich habe gesagt: ‚Danke, aber wenn Leute sich über mich lustig machen möchten, dann sagen sie genau das: Dass ich aussähe wie ein Junge, zu maskulin, dass ich eine zu starke Meinung habe oder dass mein Körper zu kräftig ist.’“

Ob sie aber sehe, dass sich ihre Mutter die Haare lang wachsen lässt, ihren Körper verändert oder die Art, mit der sie der Welt gegenüber tritt – jedes Mal sei die Antwort „Nein, Mama“ gewesen. „‚Aber siehst du, dass ich auf der ganzen Welt ausverkaufte Konzerte spiele?’ – ‚Ja, Mama’“.

Pink schaffte es mit ihrer Rede, vom Kleinen aufs Große zu zielen. Sie konnte nicht nur ihrer Tochter Selbstvertrauen beibringen, sondern auch klarstellen, dass es in der Popmusik immer wieder Künstlerinnen und Künstler gab und gibt, die sich Geschlechterstereotypen widersetzen und damit Akzeptanz für Menschen schaffen, die nicht der vermeintlichen gesellschaftlichen Norm entsprechen.