DTB-Team bei Beckers Debüt auf Siegkurs

Jan-Lennard Struff gelingt zusammen mit Tim Pütz ein wichtiger Sieg

"Head of Tennis" Boris Becker darf bei seiner Rückkehr ins deutsche Davis-Cup-Team mehr denn je auf ein Happy End hoffen.

Nach dem Zittersieg des Duos Jan-Lennard Struff und Tim Pütz im Doppel fehlt der ersatzgeschwächten DTB-Auswahl in der Relegation gegen Gastgeber Portugal nur noch ein Sieg zum Klassenerhalt in der Weltgruppe der 16 besten Tennis-Nationen. 

"Diese Ausgangsposition mit zwei Chancen zur Entscheidung wollten wir haben", sagte Teamchef Michael Kohlmann erleichtert. Struff und Debütant Pütz setzten sich in Oeiras gegen Joao Sousa und Gastao Elias nach 3:37 Stunden 6:2, 4:6, 6:7 (5:7), 6:4, 6:4 durch und brachten Deutschland vor den beiden abschließenden Einzeln am Sonntag (ab 12.00 Uhr) mit 2:1 in Führung.

Am Freitag hatte Cedrik-Marcel Stebe (Vaihingen/Enz) überraschend Joao Sousa geschlagen, ehe Struff ebenso unerwartet gegen Pedro Sousa verlor. 

Pütz hält Deutschland im Spiel

Der 27 Jahre alte Warsteiner, in Abwesenheit der Top-Spieler Alexander Zverev, Mischa Zverev und Philipp Kohlschreiber die Interims-Nummer eins im Team des Deutschen Tennis Bundes (DTB), wurde seiner ihm zugedachten Führungsrolle auch am Samstag über weite Strecken nicht gerecht.

Er durfte sich zunächst bei Pütz bedanken, der in seinem ersten Einsatz für Deutschland kaum Nerven zeigte, und das Duo im Spiel hielt. Im Entscheidungssatz fand Struff aber zu seiner Form zurück.  "Das war ein wichtiger Sieg, heute können wir uns freuen", sagte er. Ob Struff, immerhin der am besten platzierte Spieler beider Teams, nach den beiden schwachen Vorstellungen am Sonntag gegen Joao Sousa im Spitzeneinzel (12 Uhr im LIVETICKER) zum Einsatz kommt, ist fraglich.

Teamchef Michael Kohlmann steht noch Neuling Yannick Hanfmann (Karlsruhe) zur Verfügung. Für das zweite Einzel gegen Pedro Sousa ist Stebe gesetzt. 

Kohlmann und Becker setzen auf bewährtes Duo

Kohlmann und Berater Becker hatten am Samstag wie erwartet auf Struff und Pütz gesetzt, die gemeinsam in der Bundesliga für Blau-Weiß Halle aufschlagen und in der vergangenen Woche beim Challenger-Turnier in Genua triumphiert hatten.

Nach zehn Niederlagen in den letzten 13 Davis-Cup-Doppeln sollte die Eingespieltheit den Ausschlag für die Gäste geben - soweit der Plan des früheren Spezialisten Kohlmann. Tatsächlich starteten Struff und Pütz stark in die Partie, vergaben allerdings zu viele Chancen und damit eine vorzeitige Entscheidung. Im dritten Satz verspielte das Duo sogar eine 5:3-Führung. 

Der zweimalige Davis-Cup-Sieger Becker versuchte, sich in der deutschen Box bemerkbar zu machen, sprach kurz mit Kapitän Kohlmann, feuerte an und zeigte seine berühmte Becker-Faust. "Boris hilft uns sehr, aber ich kann nicht sagen, dass ich durch ihn motivierter gewesen wäre", sagte Pütz: "Ich wollte eh unbedingt gewinnen."

Im fünften und entscheidenden Durchgang erreichte der Krimi vor 1500 Zuschauern im Clube de Ténis do Jamor seinen Höhepunkt. Als Elias beim Stand von 4:4 einen Volley ins Aus setzte, hatten die Gäste die Vorentscheidung geschafft. Im letzten Aufschlagspiel behielt Pütz die Nerven und fiel Struff erleichtert in die Arme.