DTM reagiert auf Coronavirus: Neuer Kalender mit Norisring als Auftakt


Lange mussten die Fans warten, doch jetzt hat die DTM-Dachorganisation ITR auf die Coronavirus-Pandemie reagiert: Das hat auch einen Hintergrund, denn anstatt nur einzelne Rennen zu verschieben, hat man einen komplett neuen Kalender präsentiert, der wie ursprünglich geplant zehn Rennwochenenden umfasst. Allerdings sind nur vier Termine gleich geblieben. "Wenngleich sich die weltweite Lage jederzeit ändern kann", betont man in der Pressemitteilung.

Statt Ende April in Zolder in die Saison zu gehen, soll nun der Klassiker auf dem Norisring von 10. bis 12. Juli für den Startschuss sorgen. Danach nutzt man die ursprünglich geplante Sommerpause, um Rennen nachzuholen - und zwar gleich mit einer Unbekannten: Für den Termin von 31. Juli bis 2. August ist entweder das Rennen in St. Petersburg oder in Anderstorp geplant. Das gleiche gilt für den Termin von 2. bis 4. Oktober.

Zolder erhält nun ebenfalls einen neuen Termin als drittes Rennen (7. - 9.8.), ehe die Wochenenden in Brands Hatch, Assen und auf dem Nürburgring wie ursprünglich geplant über die Bühne gehen sollen. Während das Finale eigentlich Anfang Oktober in Hockenheim geplant gewesen wäre, soll die DTM-Saison 2020 nun bis Mitte November dauern.

Hockenheim verliert Saisonfinale

Die Rennen auf dem Lausitzring werden von Mitte April auf das Wochenende von 16. bis 18. Oktober verschoben, der Hockenheimring (6. - 8.11.) verliert das Saisonfinale an Monza (13. - 15.11.). Dafür gibt es nach dem neuen Entwurf, der noch von der FIA abgesegnet werden muss, keine Überschneidungen mit den Langstreckenklassikern in Le Mans (19. - 20.9.) und auf der Nürburgring-Nordschleife (26. - 27.9.).

Wann und wo der abgesagte ITR-Test in Hockenheim nachgeholt werden soll, ist derzeit noch ungewiss. "Wir bitten noch um etwas Geduld", antwortet ein ITR-Sprecher auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'.

"Wir erleben gerade eine beispiellose und unsichere Zeit - und das Wohlergehen unserer Familien, Mitarbeiter und der Gesellschaft ist uns am Wichtigsten", rechtfertigt der neue ITR-Geschäftsführer Marcel Mohaupt die Änderungen. "Trotz der Ungewissheit halten wir es für wichtig, Motorsport-Fans weltweit und allen Mitgliedern der DTM-Familie einen angepassten Kalender mit neuen Terminen anzubieten."

ITR-Geschäftsführer: "Müssen weiter flexibel sein"

"Es ist klar, dass die sichere Eindämmung und Behandlung dieser schrecklichen Epidemie für alle oberste Priorität genießen", fährt Mohaupt fort. "Aber wir glauben, dass der Sport eine wichtige Rolle einnehmen kann, wenn es darum geht, wieder Normalität in das Leben der Menschen zu bringen. Mit der Unterstützung unserer Fans, der DTM-Hersteller Audi und BMW, die 16 Fahrzeuge an den Start bringen werden, der Rennstrecken und all unserer Partner wollen wir alle noch in diesem Jahr eine aufregende Saison auf die Beine stellen."

Mohaupt ist aber bewusst, dass eine zuverlässige Planung derzeit kaum möglich ist: "Wir wissen, dass wir weiterhin flexibel und pragmatisch agieren müssen. Dies ist ein erster Schritt - und wir versprechen, dass wir gestärkt zurückkehren werden. Sobald eine Rückkehr auf die Rennstrecke sicher ist, wollen wir mit der DTM den Weg weisen."

Überarbeiteter DTM-Kalender 2020*

10.07.-12.07. Norisring (GER) 31.07.-02.08. St. Petersburg (RUS) oder Anderstorp (SWE)** 07.08.-09.08. Zolder (BEL) 22.08.-23.08. Brands Hatch (GBR) 04.09.-06.09. Assen (NED) 11.09.-13.09. Nürburgring (GER) 02.10.-04.10. St. Petersburg (RUS) oder Anderstorp (SWE)** 16.10.-18.10. Lausitzring (GER) 06.11.-08.11. Hockenheimring (GER) 13.11.-15.11. Monza (ITA)

* Vorbehaltlich der Zustimmung der FIA ** Entscheidung über Zuteilung Austragungsort/Datum folgt

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