DTM Brands Hatch 2018: Sieg für Paul di Resta beim Heimrennen

Julia Spacek

Der Sieg im Sonntagsrennen der DTM in Brands Hatch geht an Paul di Resta. Nach 40 Runden überquerte der Mercedes-Fahrer die Ziellinie vor Gary Paffett (2./Mercedes) und Rene Rast (3./Audi) und sicherte sich seinen zweiten Saisonsieg. 

"Gestern war es ein wenig schmerzhaft. Ich hatte Pech mit dem Verkehr im Qualifying. Aber wir haben auch ein Problem vorne am Auto identifiziert. Wir haben das Teil über Nacht gewechselt - sonst nichts. Das hat den Unterschied gemacht - wir konnten uns als Zweite qualifizieren. Gary hatte aber eine Mega-Runde - Hut ab. Es war deshalb wichtig, ihn am Start zu kriegen. Das habe ich geschafft​", jubelt der Sieger di Resta, der schon 2009 und 2010 in Brands Hatch siegreich war.

Die Top 10 komplettierten Marco Wittmann (5./BMW), Mike Rockenfeller (6./Audi), Philipp Eng (7./BMW), Lucas Auer (8./Mercedes), Daniel Juncadella (9./Mercedes) und Nico Müller (10./Audi). Timo Glock wurde Elfter. (Hier das komplette Rennergebnis!)

Rast über starke Leistung überrascht

In der DTM-Fahrerwertung behauptet Gary Paffett (177 Punkte) seine Führung. Der Tabellenführer hat 29 Punkte Vorsprung vor Paul di Resta (148) auf Platz zwei. Dahinter reihen sich Lucas Auer (3./110), Marco Wittmann (4./110), und Edoardo Mortara (5./101) ein.

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Rund fünf Minuten vor Rennende blies der amtierende DTM-Champion Rene Rast zum Angriff auf das Mercedes-Duo an der Spitze und setzte den direkt vor ihm fahrenden Paffett unter Druck. Doch der Audi-Mann kam nicht vorbei und wurde Dritter.

"Ich hätte nicht so wirklich damit gerechnet. Gestern habe ich am Ende des Rennens etwas gestrauchelt. Heute hatte ich komischerweise am Schluss ziemlich viel Speed. Ich konnte Gary sogar ein- oder zweimal attackieren​", ist der drittplatzierte Rast überrascht. ​"Aber hier ist das Überholen generell sehr schwierig."

Audi mit drei Autos in den Punkten

​"Ich bin mega happy mit dem Rennen. Das Tempo war super​", fügt er hinzu. ​"Am Anfang war es etwas unglücklich, da hat mich Pascal zweimal etwas auf die Wiese gedrückt. Das hat Zeit gekostet. Aber im Großen und Ganzen war es ganz gut."

​"Über das Podium von Rene können wir uns sehr freuen. Nach dem frühen Stopp war es ein sehr langes Rennen für ihn. Er hat sich seine Reifen gut eingeteilt und konnte die beiden führenden Mercedes am Ende sogar angreifen. Aber Überholen ist hier sehr schwierig, auch dann, wenn du DRS hast. Wir können sehr zufrieden sein über den dritten Platz​", sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass.

Er ergänzt: ​"Es war auch ein starkes Rennen von Mike und Jamie. Es ist schade, dass der Boxenstopp von Jamie zu langsam war. So kam er in die Situation, dass er bei der Ausfahrt in einen Zweikampf mit Wittmann verwickelt wurde. Das zu einer Strafe geführt. Es ist schade, weil er viele Punkte hier verdient hätte. Alles in allem war es schön, hier zu sein und ein Podium einzufahren. Jetzt fokussieren wir uns auf den Rest der Saison."

​Der große Regen blieb aus

"Gestern der Sieg und Platz drei, heute ein Doppelsieg - das war erneut ein starkes Wochenende für uns​", freut sich Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz. ​"Paul und Gary haben heute wieder bewiesen, warum sie die Meisterschaft anführen. Beide sind ein fehlerloses Rennen gefahren und haben ihren Vorsprung in der Gesamtwertung ausgebaut. Es freut mich für sie, dass sie so ein fantastisches Ergebnis ausgerechnet bei ihrem Heimrennen zeigen konnten."

Vor dem Start des Rennens setzte leichter Nieselregen ein und dunkle Wolken zogen über den 3,908 Kilometer langen Kurs. Doch der große Regen blieb aus und die Streckenverhältnisse blieben während des Rennens trocken. Di Resta gewann den Start und bog vor Polesetter Auer in die erste Kurve ein. Dahinter kamen sich Robin Frijns und Lucas Auer in die Quere und sorgten für eine frühe Safety-Car-Phase.

Reason for the Safety Car: a short meeting between @LucasAuer1 and @RFrijns.#DTM2018 #weloveDTM #DTMBrandsHatch pic.twitter.com/SQ10F32JsL

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Auer und Frijns flogen ab und Augusto Farfus' BMW bekam auch einen Schlag mit. Die Streckenposten konnten die havarierten Fahrzeuge befreien und alle Unfallbeteiligten konnten vorerst weiterfahren. Farfus musste seinen BMW aufgrund der Beschädigungen später allerdings in der Box abstellen. Das Rennen wurde nach zwei Runden wieder freigegeben.

Der Neustart erfolgte im IndyCar-Stil, bei dem sich die Autos in Zweierreihen formieren. Di Resta konnte die Führung behalten und Wehrlein schob sich an Paffett vorbei und übernahm zwischenzeitlich den zweiten Platz des Lokalmatadors.

Nach dem Boxenstopp wurde der DTM-Rückkehrer wieder einige Positionen nach hinten gespult. Rene Rast war Nutznießer eines besseren Boxenstopps und kam durch eine schnellere Abfertigung seiner Mechaniker beim Reifenwechsel an Wehrlein vorbei und auf Platz drei nach vorne.

Re-start at @Brands_Hatch! And some more rain! ☂️#DTM2018 #weloveDTM #DTMBrandsHatch pic.twitter.com/rzN51MNrIf

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Der Pitstop von Edoardo Mortara ging schief, als das rechte Hinterrad noch nicht festgeschraubt war, fuhr der Mercedes-Mann wieder los. Er bemerkte das Problem beim Losfahren und bremste sofort wieder ab, sodass seine Mechaniker das Rad befestigen konnten. Bei dieser Aktion verlor der Italo-Schweizer viel Zeit in der Boxengasse und wurde ans Ende des Felds zurückgeworfen.

Jamie Green wartete mit seinem Pflichtboxenstopp bis zur 31. Runde und seine Taktik ging auf: Von Startplatz elf konnte sich der Brite bis auf Rang sechs nach vorne arbeiten. Bei der Ausfahrt aus der Box war er im Zweikampf mit Marco Wittmann und die Rennleitung bestrafte Green mit einer Durchfahrtsstrafe wegen Abdrängens des BMW.

Die DTM macht zwei Wochen Pause und gastiert vom 24. bis 26. August beim ersten Nachtrennen der DTM-Geschichte im italienischen Misano. Dort wird Alex Zanardi als Gaststarter im BMW sein DTM-Debüt geben.