DTM 2018: Platzt bei Nico Müller endlich der Knoten?

Kann Nico Müller in der DTM-Saison 2018 endlich glänzen?


GT-Sport, Rallycross-WM (WRX), Formel-E-Test und DTM: Audi-Werksfahrer Nico Müller ist ein echter Allrounder, was seinen fahrbaren Untersatz angeht. 2017 gab der Schweizer sein Debüt in der WRX im Team seines ehemaligen DTM-Teamkollegen Mattias Ekström und überzeugte durch seine gute Leistung. Anfang dieses Jahres erfolgte die erste Ausfahrt in einem Formel-E-Fahrzeug im Rahmen der Nachwuchstestfahrten in Marrakesch. Und auch dort setzte der 25-Jährige eine Duftmarke.

"Die Performance in Marrakesch war für mich absolut beeindruckend. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich irgendwo einer Testsession beigewohnt habe, in der ein Fahrer mit vergleichbarem Material am Ende eine Sekunde schneller war als alle anderen. Wahnsinn, Hammer!", ist Audi-Motorsportchef Dieter Gass im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' von der Leistung seines Schützlings begeistert. "Ich hoffe, dass in diesem Jahr bei ihm der Knoten aufgeht."

Auch bei seinem Teamchef in der DTM hat Müller einen positiven Eindruck hinterlassen, obwohl der große Durchbruch noch auf sich warten lässt. "Nico ist ein guter Nachwuchsmann. Er braucht einfach seine Zeit, um sich zu entwickeln. Man kann in der DTM nicht sagen, dass man gleich ganz vorne ist", sagt Hans-Jürgen Arbeit zu 'Motorsport-Total.com'. "Er hat Highlights gezeigt, er hat am Norisring gewonnen und er ist gut dabei. Es fehlt noch der kleine Kick zum großen Durchbruch. Ich wünsche mir, dass Nico es nach ganz oben schafft."

Fokus liegt auf DTM

Müller hatte bei seinen Abstechern in die WRX und die Elektrorennserie viel Spaß und er könnte sich weitere Einsätze dort gut vorstellen, gibt er gegenüber 'Motorsport-Total.com' zu: "Ich glaube, das ist immer die beste Gelegenheit, sich als Rennfahrer weiterzuentwickeln und dazuzulernen. Dementsprechend sehe ich es als eine Art Weiterbildung für mich selbst und nicht als Zweit- oder Drittprogramm. Sondern eher als etwas, das mir persönlich weiterhelfen kann."

Aber trotz seiner Vielseitigkeit und der verschiedenen Möglichkeiten steht für ihn die DTM an erster Stelle. "Ich freue mich sehr, wieder ein Teil der Audi-Familie zu sein und ich fühle mich bereiter denn je, in diesem Jahr schöne Resultate abzuliefern. Darauf konzentriere ich mich", so der Schweizer.

2017 war eine schwierige Saison für den Audi-Fahrer, die er gerne abhaken möchte. Nur zweimal stand er als Drittplatzierter auf dem Podium und lag am Ende der Saison auf dem zwölften Gesamtrang. Die Ingolstädter sind dennoch vom Können des 25-Jährigen überzeugt. "Wir haben seine Performance gesehen, und an die glauben wir nach wie vor. Ich erwarte Einiges von Nico", sagt Motorsportchef Gass.

Müller erwartet mit dem amtierenden DTM-Champion Rene Rast, Mike Rockenfeller, Jamie Green, Loic Duval und DTM-Neuling Robin Frijns eine starke Konkurrenz aus den eigenen Reihen. "Wir bauen darauf, dass wir einen starken und ausgeglichenen Fahrerkader haben, in dem keiner von Anfang an der Favorit sein muss. Alle fahren mit dem gleichen Material und den gleichen Bedingungen los und dann schauen wir weiter", so Gass weiter.

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