Missbrauchs-Vorwürfe: Lurz weist Schuld von sich und tritt zurück

SPORT1
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Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) hatte nach Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs am Freitag erste Schritte eingeleitet, Bundestrainer Stefan Lurz erklärte am gleichen Tag seinen Rücktritt und wehrte sich gegen die Vorwürfe.

"Ich bin als Bundestrainer Freiwasser zurückgetreten, um Image-Schaden vom DSV abzuwenden. Betonen möchte ich ausdrücklich, dass ich weiterhin alle Schuld von mir weise", sagte Lurz der Bild: "Die Entwicklung meiner Athletinnen und Athleten stand und steht bei mir immer im Vordergrund. Daher sehe ich mich jetzt zu diesem Schritt gezwungen."

DSV erklärt Beurlaubung nach Vorwürfen

Der DSV teilte am Freitag in einer Stellungnahme lediglich mit: "Der/die Verdächtige wurde gemäß unserer Handlungsrichtlinien bei Verdachtsfällen mit sofortiger Wirkung beurlaubt, ohne hiermit eine Vorverurteilung durchzuführen."

Die Bekanntmachung des Rücktritts von Lurz erfolgte ebenfalls am Freitag. (SERVICE: Alles zum Schwimmen)

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel dokumentierte Fälle, bei denen die Person Schwimmerinnen bedrängt oder gar sexuell genötigt haben soll.

Verband informiert Staatsanwaltschaft

Der DSV teilte weiterhin mit, dass Franka Weber, DSV-Beauftragte für Prävention sexualisierter Gewalt, den Kontakt zu einem im Spiegel-Bericht aufgeführten mutmaßlichen Opfer hergestellt und ein Gespräch sowie direkte Hilfe durch den Verband angeboten habe.

"Die für den amtierenden Vorstand neuen Informationen wurden umgehend der Staatsanwaltschaft übergeben", heißt es in dem DSV-Schreiben: "Es wurden und werden intern massive Anstrengungen unternommen, um sich ein Bild über die bisher nachvollziehbaren Vorgänge zu verschaffen."

Der DSV ruft daher "jede*n dazu auf, dem/der Informationen oder Hinweise vorliegen, die uns bei der Aufklärung eines Falls helfen können", sich beim Verband oder der zuständigen Staatsanwaltschaft zu melden.

"Der DSV hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Kultur des Hinsehens zu schaffen, die Betroffene dazu ermutigt, über ihre Situation zu sprechen, potenzielle Täter*innen abschreckt und somit alle Akteure im Sport vor sexualisierter Gewalt schützt", teilte der Verband mit.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)