Druck auf französischen Minister wegen Vergewaltigungs-Vorwürfen

Darmanin sieht sich Vergewaltigungs-Vorwürfen ausgesetzt

Nach Vergewaltigungs-Vorwürfen steigt der Druck auf den französischen Haushaltsminister Gérald Darmanin. Die konservative Opposition forderte am Montag seinen Rücktritt. Tausende Menschen unterzeichneten zudem eine Internet-Petition zur Entlassung des 35-Jährigen. Premierminister Edouard Philippe hatte Darmanin am Wochenende sein "volles Vertrauen" ausgesprochen.

Die größte Oppositionspartei Les Républicains (Die Republikaner) erklärte in Paris, der Minister habe "keine andere Wahl als zurückzutreten". Die Partei hatte Darmanin Ende Oktober ausgeschlossen, weil er in das Kabinett von Präsident Emmanuel Macron eingetreten war. Inzwischen gehört er Macrons Partei La République en Marche (LREM) an.

"Wenn ein Minister der Vergewaltigung beschuldigt wird, kann er nicht in der Regierung bleiben", heißt es in der Internet-Petition an den Premierminister, die bis Montagmittag von rund 2500 Menschen unterzeichnet wurde. Die Aktivisten erinnerten daran, dass die Regierung härtere Regeln gegen sexuelle Übergriffe angekündigt hat.

Mehrere Regierungsmitglieder sprachen Darmanin dagegen ihr Vertrauen aus, darunter auch die Staatssekretärin für Gleichstellung, Marlène Schiappa. Sie plädierte im Radiosender France Inter dafür, "die Justiz ihre Arbeit machen zu lassen". Wenn allerdings ein formelles Verfahren gegen Darmanin eröffnet werde, müsse er gehen.

Die französische Justiz hatte ihre Untersuchungen gegen den Minister wegen neuer Äußerungen des mutmaßlichen Opfers wieder aufgenommen. Die frühere Prostituierte wirft ihm vor, sie vergewaltigt zu haben, als sie in einer Rechtssache um Hilfe gebeten habe. Die Vorwürfe gehen auf das Jahr 2009 zurück. Darmanin wirft der Frau Verleumdung vor.