Böses Omen für Haaland?

Borussia Dortmund muss mit Erling Haaland den nächsten Star ziehen lassen. Droht dem Norweger dasselbe Schicksal wie Sancho, Pulisic und Co.?

Böses Omen für Haaland?
Böses Omen für Haaland?

Erling Haaland verlässt nach nur zweieinhalb Jahren Borussia Dortmund und wird sich Manchester City anschließen. Am Montag verkündeten die Citizens, dass der Norweger ab der kommenden Saison für den Klub von Trainer Pep Guardiola stürmen wird.

Die Schwarz-Gelben machen ein sattes Plus mit dem Verkauf: 2020 erhielt RB Salzburg noch 20 Millionen Euro, 2022 müssen die Citizens 75 Mios. für Haaland auf den Tisch legen.

Laut der Ad-Hoc-Mitteilung des BVB sind allerdings nur 35 bis 40 Millionen fällig. Nach SPORT1-Informationen steht Haaland noch mit 20 Millionen Euro Restbuchwert in den Büchern des Börsenklubs. Der damalige Transfer von Salzburg zum BVB wird über vier Jahre abgeschrieben.

Haaland-Nachfolger: Adeyemi hat beim BVB viel vor

Der Top-Torjäger wird in der Premier League nun zum Top-Verdiener: Fünf Jahre Laufzeit und ein höheres Bruttojahresgehalt als Kevin De Bruyne, der mit knapp 23 Millionen Euro bisher am meisten einstrich. Haaland ist nun in der Riege der absoluten Superstars angekommen.

Doch kommt der Schritt zu ManCity für den 21-Jährigen vielleicht zu früh? Jadon Sancho, Christian Pulisic, Ousmane Dembélé und Co. suchten auch ihr Glück woanders, sind aber bis heute nicht wirklich glücklich an ihren neuen Wirkungsstätten. Droht auch Haaland der Absturz?

2021: Jadon Sancho wechselt für 85 Millionen zu Manchester United

Die Red Devils wollten den englischen Nationalspieler schon 2020 auf die Insel zurückholen, doch der Blockbuster-Deal ging erst vergangenen Sommer über die Bühne. 85 Millionen Euro ließ sich United den Shooting-Star, der sich beim BVB zu einem der begehrtesten Talente der Welt entwickelte, kosten, da der 21-Jährige die Zukunft des englischen Rekordmeister sein sollte.

United wollte Sancho und Sancho wollte nach Manchester - als Gesicht eines der größten Klubs der Welt. Doch der Ex-BVB-Star zeigte in der laufenden Saison seltenst sein riesiges Potenzial. Lediglich fünf Tore und drei Assists stehen nach 38 Einsätzen zu Buche.

Im Vergleich: Für die Dortmunder traf er in 137 Partien wettbewerbsübergreifend 50 Mal und legte 64 weitere Treffer auf. Werte, von denen er mittlerweile meilenweit entfernt ist.

Hat sich Sancho verzockt? Auf den ersten Blick scheint es so, auf den zweiten ist die Konkurrenz bei United mit Cristiano Ronaldo, Mason Greenwood, Anthony Elanga, Marcus Rashford und Bruno Fernandes eben auch eine ganz andere als beim BVB.

Der Brite spielt zudem seine erste Profi-Saison überhaupt auf der Insel und muss sich erst einmal an die Premier League gewöhnen - und dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis beim 21-Jährigen der Knoten platzt.

2019: Christian Pulisic wechselt für 64 Millionen zum FC Chelsea

Genauso wie Sancho wagte Pulisic im Alter von 21 Jahren den nächsten Karriereschritt an der Stamford Bridge. Doch das Preisschild von 64 Millionen Euro lastete lange auf den Schultern des US-Boys. Während er bei Chelsea immer wieder daran gemessen wird, konnte Pulisic in Dortmund frei aufspielen und durfte Fehler machen.

Die Scorer-Punkte sind zwar in ähnlich vielen Spielen fast identisch - 45 Tor-Beteiligungen für den BVB, 43 für die Blues - doch der Flügelstürmer ist in London nur ein Schatten seiner selbst. Im Ruhrpott dagegen drückte der amerikanische Nationalspieler dem Dortmunder Spiel seinen Stempel auf und war Dreh- und Angelpunkt.

In London aber ist er nur einer unter vielen. Erschwerend kam hinzu, dass Pulisic erst von Maurizio Sarri, dann von Frank Lampard und nun von Thomas Tuchel trainiert wird und jeder Coach eine andere Spielphilosophie hat. Zudem plagten ihn einige Verletzungen.

„Das Problem von Christian ist vielleicht, dass ich aus Dortmund weiß, wie stark er von der Bank aus ist“, erklärte Tuchel einst mal. Edel-Joker? Zu wenig für den ehrgeizigen Ami, der hinter Kai Havertz, Timo Werner, Mason Mount nicht einmal Option Nr. 4 ist, da Chelsea auch noch Romelu Lukaku und Hakim Ziyech sowie Callum Hudson-Odoi in der Hinterhand hat.

Mark Pulisic, sein Vater, ließ mit einem Tweet, den er kurz danach wieder löschte, unlängst die Gerüchteküche brodeln: „Das Traurige ist, dass er diesen Verein, seine Mannschaftskameraden und London liebt... Er ist mit Leib und Seele ein Profi.“ Darin lasen viele erstens eine Kritik an Tuchel und zweitens, dass Pulisic im Sommer wohl seine Zelte in London abbrechen wird. Mit 23 will keiner auf der Bank versauern.

2017: Ousmane Dembélé wechselt für 140 Millionen zum FC Barcelona

Nach einer famosen Saison 2016/17 mit zehn Toren und 21 Vorlagen in 49 Partien streikte sich Dembélé zum FC Barcelona! Immerhin erhielten die Schwarz-Gelben ein angemessenes Schmerzensgeld in Höhe von 140 Millionen Euro für den Skandal-Kicker.

Der damals 20-Jährige versprühte da bereits Star-Allüren und lässt es die Katalanen bis heute noch spüren. In fünf Jahren machte der französische Weltmeister vielmehr Reden von sich - neben - als auf dem Platz. Skandal reihte sich an Skandal.

Zu allem Überfluss war Dembélé auch noch ständig verletzt, achtete nicht auf die Ernährung und ließ im Training immer wieder den nötigen Eifer und Ehrgeiz sowie die Disziplin vermissen. Anfang des Jahres wurde der Außenstürmer sogar suspendiert, da sich Barca und seine Entourage nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnten,

Mittlerweile sollen sich die zerstrittenen Parteien aber wieder angenähert haben und Xavis Worte bei Dembélé zu einem Umdenken geführt haben. „Dembélé ist sehr wichtig für uns in unserem Spielsystem. Ich hoffe, dass er bei uns bleibt“, betonte der Barca-Coach. Er sei ein „Unterschiedsspieler“ mit ganz viel Potenzial: „Er kann der beste Spieler der Welt auf seiner Position sein. Es gibt nur wenige Spieler mit seinen Eigenschaften.“

Wie gut der Ex-BVB-Profi sein kann, zeigte der Franzose in seinen wenigen Liga-Einsätzen: In 19 Spielen (1288 Minuten) kommt er zwar nur auf ein Tor, dafür aber auf starke elf Assists. Dembélé scheint mit 24 Jahren gerade nochmal die Kurve zu kriegen.

Haaland hat das Zeug für ManCity

Sancho, Pulisic, Dembélé, aber auch Nuri Sahin, der 2010 für zehn Millionen Euro zu Real Madrid wechselte, dort nicht zurechtkam und ein Jahr später zum FC Liverpool floh - und wieder scheiterte - sollten Haaland ein mahnendes Beispiel sein.

Doch Haaland hat einen ganz anderen Vorteil: Er wirkt trotz seines jungen Alters viel gefestigter und reifer als seine 21 Jahre. Er hat einen klaren Karriereplan, der bis ins Detail ausgetüftelt und durchdacht ist.

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Zudem ist sein Vater Alf-Inge Haaland auch ein ehemaliger Profi, der selbst von 2000 bis 2003 für ManCity auflief, und der ganz genau weiß, wie das Fußball-Geschäft läuft. Kein Wunder, dass das norwegische Sturm-Talent noch nie abseits des Rasen negativ aufgefallen ist.

Disziplin, Trainingseifer, was an seinem beeindrucken Körper deutlich zu sehen ist, Ehrgeiz - Haaland ist ein Mentalitätsmonster - aber auch die nötige Klasse bringt Haaland mit, um auf der Insel zu bestehen. Pep Guardiola kann sich freuen, denn der Norweger wird ihn bestimmt nicht enttäuschen.

VIDEO: 2 nach 10: Erling Haaland wechselt von Borussia Dortmund zu Manchester City

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