Droht Bayern eine Gruppenquarantäne?

Robin Wigger
·Lesedauer: 2 Min.

Beim FC Bayern München häufen sich die Coronafälle.

Benjamin Pavard ist der vierte positive getestete Spieler innerhalb kurzer Zeit. Zuvor mussten bereits Javi Martínez (29. Januar), Leon Goretzka (29. Januar) und Thomas Müller (11. Februar) in Quarantäne.

Muss der FC Bayern nun eine Gruppenquarantäne befürchten?

Nach einem entsprechenden Bericht der Sportschau hakte SPORT1 am Abend beim zuständigen Gesundheitsreferat München (GSR) nach.

Gesundheitsreferat nahm Kontakt zu Pavard auf

Grundsätzlich gelte: Das GSR nehme "nach Erhalt der Mitteilung über eine positive Testung einer Person mit Wohnsitz in München so rasch wie möglich mit der infizierten Person (IP) Kontakt auf" - in diesem Fall Benjamin Pavard.

Dieser werde nach "relevanten Kontaktpersonen" gefragt, auch die Kontaktperson 1. Kategorie (KP1) werde vom Gesundheitsamt ermittelt. Als KP1 gilt, "wer länger als 15 Minuten näher als 1,5 Meter ohne Mundschutz Kontakt mit einer IP hatte".

Heißt: Die Bayern-Spieler, die mit Pavard in diesem nahen Kontakt standen, kämen prinzipiell infrage. Würden diese als KP1 identifiziert werden, werden sie vom GSR kontaktiert, in 14-tägige Quarantäne gestellt und getestet.

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Gesundheitsreferat prüft Bayerns Verhalten

SPORT1 fragte nach: Inwieweit wird Bayerns Verhalten untersucht? Pavard flog nach der Klub-WM mit dem Team zurück und trainierte mit seinen Mitspielern. Werden auch die Feier-Bilder nach Bayerns Triumph bei der Klub-WM (11. Februar) zurate gezogen, als die Spieler auf dem Podest und in der Kabine gemeinsam feierten oder den Pokal küssten?

"Im Rahmen der eben beschriebenen Ermittlungen werden auch Abläufe in einem Verein und die Einhaltung des Hygienekonzepts überprüft", teilte das GSR mit (Spielplan der Bundesliga).

Und: "Ein Gesundheitsamt hat grundsätzlich das Recht, einen Betrieb oder Verein unter Quarantäne zu stellen, die jeweils notwendigen Maßnahmen werden in Abhängigkeit zu dem Ergebnis der Ermittlungen beschlossen und durchgeführt."

Kann Bayern-Spiel sogar ausfallen?

Die Untersuchungen dauern aber noch an. Abgeschlossen seien sie erst, wenn die infizierte Person - also Pavard - und mögliche Kontaktpersonen der 1. Kategorie aus der Quarantäne entlassen wurden.

Zu einem möglichen Ausfall der Spiele des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt am Samstag oder Lazio Rom am Dienstag in der Champions League wollte die Behörde keine Angaben machen und verwies darauf, in einem laufenden Verfahren "keine personenbezogenen Ermittlungsdaten an die Öffentlichkeit" zu geben.

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Hansi Flick hatte am Freitag von einem "guten Hygienekonzept" beim FC Bayern gesprochen.

"Wir gucken, dass wir uns noch mehr an die Dinge halten und noch gewissenhafter draufschauen. Einfach Maske tragen, Abstände einhalten", meinte der Trainer. Außerdem würde aktuell "vermehrt", also täglich getestet.