Drohnenangriff löst Feuer in saudiarabischer Raffinerie aus

Anuj CHOPRA
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Explosion in der jemenitischen Provinz Marib Anfang März

Ein Drohnenangriff hat am Freitag einen Brand in einer Öl-Raffinerie in Riad verursacht. Das Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden, teilte das saudiarabische Energieministerium mit. Die mit Riad verfeindeten Huthi-Rebellen aus dem Nachbarland Jemen nahmen den Angriff für sich in Anspruch. Die vom Iran unterstützte Miliz rückte derweil weiter auf die strategisch wichtige Stadt Marib vor.

Das saudiarabische Energieministerium verurteilte die "feige Attacke" auf die Raffinerie, die zugleich eine Attacke auf die Weltwirtschaft und die globale Energiesicherheit gewesen sei. Niemand sei verletzt worden und die Ölversorgung sei nicht unterbrochen worden.

Die Huthi-Rebellen bezeichneten den Angriff auf die Anlage des saudiarabischen Ölkonzerns Aramco als Vergeltung für Riads "brutale Aggression" im Jemen. Saudi-Arabien führt dort eine Militärallianz an, die gegen die Huthi-Rebellen kämpft.

Die Rebellen intensivierten in letzter Zeit ihre Angriffe auf die saudiarabische Energie-Infrastruktur. Zuletzt hatten sie eine Ölanlage im Hafen von Ras Tanura und Einrichtungen von Aramco in der Stadt Dhahran ins Visier genommen.

Im Jemen führen die Huthis derzeit eine Offensive auf die ölreiche Stadt Marib. Am Freitag nahmen sie nach stundenlangen Kämpfen den strategisch wichtigen Berg Hilan ein, von dem aus sie Marib überblicken könnten, wie aus jemenitischen Regierungskreisen verlautete. Bei den Gefechten seien dutzende Kämper auf beiden Seiten getötet oder verletzt worden.

Das strategisch wichtige Marib ist die letzte Hochburg der jemenitischen Regierung im von den Huthi-Rebellen kontrollierten nördlichen Teil des Landes. Seit Februar versuchen die Rebellen, Marib einzunehmen.

Im Jemen herrscht seit fast sechs Jahren Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Zehntausende Menschen wurden getötet, Millionen Einwohner mussten flüchten. Die Vereinten Nationen stufen die Lage im Jemen als schwerste humanitäre Krise der Welt ein.

Am Donnerstag hatte der UN-Sicherheitsrat die "Eskalation" der Kämpfe um Marib verurteilt und vor einer Verschlimmerung der humanitären Krise im Jemen gewarnt. Die Gefechte bedrohten die Leben von einer Million Binnenvertriebenen sowie die Bemühungen um eine politische Lösung für den Konflikt, erklärte das UN-Gremium.

bfi/lan