Drogenboss mit Handy versorgt?: Schöffengericht Köln urteilt über Justizbeamten

Laut Anklage sollte er ein Handy in die Zelle eines Häftlings geschmuggelt haben.

Nach dem Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ hat ein Schöffengericht am Donnerstag einen Justizbediensteten vom Vorwurf der Bestechlichkeit freigesprochen. Laut Anklage sollte er einem Häftling für 200 Euro ein Handy in die Zelle schmuggeln.

Das Telefon war für einen Drogenboss bestimmt, der hinter Gitter seine Geschäfte unbehelligt damit weiterführen wollte. Ein mehrfach vorbestrafter Mithäftling, der als Vermittler auftrat, hatte den JVA-Bediensteten schwer belastet.

Doch im Prozess stellte sich heraus, dass der Vermittler die schweren Beschuldigungen offenbar aus eigenem Interesse erhoben hatte. Möglicherweise aus Rache, denn ihm waren wiederholt nicht die von ihm gewünschten Telefonate aus dem Gefängnis von dem Beamten gestattet worden.

Mithäftling wurde verlegt

Auch hatte der Mithäftling zuvor Insiderwissen über die Hells Angels weitergegeben und fürchtete um sein Leben. Mit der Aussage erzwang er erfolgreich die Verlegung in eine anderes Gefängnis.

Im Prozess hatten sowohl der Drogenboss als auch der Mithäftling die Aussage im Zeugenstand verweigert. „Wir haben nichts, aber auch gar nichts gefunden, was Sie belastet haben könnte“, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

Zudem habe man die Aussage des Mithäftlings durchaus kritisch gesehen: „Was die Wahrheitsliebe dieses Zeugen anbetraf, war das wenig belastbar.“ Der Freispruch auf Kosten der Staatskasse war zuvor auch vom Staatsanwalt beantragt worden....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta