Kommentar: Die Polizei ist machtlos gegen die Dealer

Polizisten im Görlitzer Park (Archivbild)

Für manche Berlin-Touristen ist es eine der Attraktionen ihres Besuches in der Hauptstadt: der Kauf von Marihuana, Haschisch und gern mal auch gefährlicheren Drogen in Görlitzer Park und Umgebung. Und fast alle sind hinterher erstaunt, wie einfach das tatsächlich ging – obwohl sie es vorher sogar in ihren Reiseführern nachlesen konnten.

Drogen zu kaufen ist in Berlin oft leichter, als den richtigen Fahrschein für die U-Bahn zu lösen. Was für Besucher später als lustige Anekdote taugt, ist für die Polizei alles andere als zum Lachen. Denn ihre Bemühungen laufen oft ins Leere. Die Beamten sind machtlos gegen die Überzahl der Drogenhändler, die etwa am Görlitzer Park ihre Späher an den Eingängen postiert haben, die Ware im Gebüsch verstecken und selten so viel davon bei sich tragen, dass es für eine Festnahme reicht. Kommt es dann doch dazu, versanden viele Fälle vor Gericht, da die Berliner Justiz nicht hinterherkommt. Nachweislich schuldige Dealer machen dann einfach weiter.

Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) scheint die Antwort parat zu haben: 245 Stellen in der Justiz sollen besetzt werden. Was er nicht erwähnt: Es mangelt an Bewerbern, die den Job auch machen wollen. Wie zu vernehmen ist, haben nur wenige Interesse an den Posten als Richter oder Staatsanwalt. Hauptgrund ist die – übrigens auch bei Polizisten – extrem schlechte Bezahlung. Sinnbildlich, dass mehr als 350 dieser Juristen einer Nebenbeschäftigung nachgehen und geeignete Bewerber im Zweifel lieber in ein anderes ...

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