Drogen: Innensenator: Justiz soll Dealer härter bestrafen

Polizisten zeigen am 21.09.2017 in Berlin bei einem Pressegespräch in einer mit einem Beamten nachgestellten Szene die Kontrolle eines mutmaßlichen Dealers am RAW-Gelände

Berlin.  Innensenator Andreas Geisel (SPD) fordert, dass die Justiz bei Drogendelikten in der Hauptstadt stärker durchgreift. "Wenn wir die Situation grundsätzlich verändern wollen, dann reicht es nicht, Polizeikräfte zu verstärken, dann brauchen wir genauso Verstärkung bei der Staatsanwaltschaft und den Richtern", sagte er der Berliner Morgenpost.

Es sei "frustrierend für Polizisten, wenn sie Täter, auch Serientäter, festnehmen, diese sogar namentlich kennen und deren Strafregister aufzählen können, die Verfahren dann aber niedergeschlagen werden", betonte Geisel. Frustrierend sei es auch, wenn die Strafverfolgung nicht unmittelbar auf die Tat folge, sondern viel Zeit vergehe. "Polizei und Justiz müssten die Aufgabe gemeinsam lösen", so der Innensenator.

In Berlin sind 2016 mehr Menschen durch Drogen gestorben als in den Vorjahren. 167 Männer und Frauen kamen laut Senatsverwaltung für Gesundheit durch den Missbrauch illegaler Rauschgifte ums Leben. Das waren 13 Drogentote mehr als 2015. Die Polizei hat im vergangenen Jahr knapp 15.000 Rauschgiftdelikte registriert, davon knapp 11.000 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, in 3191 Fälle handelten die Täter mit Drogen oder schmuggelten Rauschgift.

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